Muhammad al-Fazari

Muhammad al-Fazari

Abu Abdallah Muhammad ibn Ibrahim ibn Habib al-Fazari (arabisch أبو عبدالله محمد بن إبراهيم بن حبيب الفزاري, DMG Abū ʿAbdallāh Muḥammad bin Ibrāhīm bin Ḥabīb al-Fazārī; † Anfang des 9. Jahrhunderts wahrscheinlich in Bagdad) war ein muslimischer Philosoph, Mathematiker, Astronom und Astrologe. Er galt als einer der Pioniere in der islamischen Astronomie, der indische Texte der islamischen Welt zugänglich machte.

Über ihn ist wenig bekannt. Er stammte möglicherweise aus einer alten angesehenen Familie in Kufa im Irak. Er wirkte in Bagdad zur Zeit des Kalifen al-Mansur (regierte 754-775) und dessen Nachfolgern. Für Al-Mansur legte er das astrologisch günstige Gründungsdatum von Bagdad (762) fest. Um 770 übersetzte er auf Wunsch des Kalifen indische astronomische Texte (Sindhind, Sanskrit für Abhandlung) ins Arabische. Sie waren durch einen indischen Astronomen nach Bagdad gekommen. Möglicherweise handelt es sich hier um Texte aus der Tradition von Brahmagupta. Sein eigenes astronomisches Handbuch (Zij) beruhte darauf (Zij al Sindhind al-kabir), verwendete aber auch andere Einflüsse, und er schrieb auch angeregt durch die Sanskrit-Literatur ein astronomisch-astrologisches Gedicht. Daneben ist noch ein etwa 10 Jahre nach seinem Hauptwerk entstandenes astronomisches Handbuch bekannt (das der Angleichung astronomischer Daten an den islamischen Kalender diente) und ansonsten nur die Titel verlorener Werke (Über die Messung des Mondes, Über die Armillarsphäre, Über das Astrolabium). Das meiste über sein Wirken als Astronom ist aus den Schriften von Al-Biruni bekannt, der sich auch kritisch zu ihm und seinem Zeitgenossen Yaqūb ibn Tāriq, der ebenfalls die indischen Texte übersetzte, äußerte.

Der Legende nach soll er das Astrolabium eingeführt haben.

Literatur

  • Kim Plofker in Thomas Hockey (Hrsg.): Biographical Encyclopedia of Astronomers, Springer Verlag 2005, Online

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