Harold Lewis

Harold Lewis

Harold Lewis (1980).

Harold „Hal“ Warren Lewis (* 1. Oktober 1923 in New York City; † 26. Mai 2011[1]) war ein US-amerikanischer Physiker.

Lewis studierte ab 1940 an der New York University und an der University of California, Berkeley, Physik (Master-Abschluss 1944). Danach war er in der US Navy. Lewis arbeitete von 1947 bis 1948 am Institute for Advanced Study (und ebenso 1950/51), bevor er 1948 in Berkeley promoviert wurde. Von 1948 bis 1953 war er Assistant Professor an der University of California und von 1951 bis 1956 Mitglied der Bell Laboratories. 1953 wurde er Fellow der American Physical Society. Ab 1956 war er Associate Professor und danach Professor an der University of Wisconsin. Ab 1964 war er Professor an der University of California, Santa Barbara. Von 1969 bis 1973 war er dort Direktor des Quantum Institute. Ab 1991 war er Professor Emeritus.

Lewis war Mitglied der JASON Defense Advisory Group, der er 1966 bis 1973 vorstand und wo er sich mit Raketenabwehr befasste. Außerdem war er lange im Defense Science Board, wo er sich unter anderem in den 1980er Jahren mit den Folgen eines Atomkriegs befasste (Nuklearer Winter). In den 1970er Jahren befasste er sich mit Sicherheitsfragen der zivilen Kernenergie, war Leiter einer entsprechenden Kommission der American Physical Society zu Leichtwasserreaktoren[2] und überprüfte für die Nuclear Regulatory Commission 1978 den drei Jahre zuvor von ihr selbst veröffentlichten Rasmussen-Report (im sogenannten Lewis Report[3]), wobei er zwar zu kritischen Einschätzungen von deren Hauptschlussfolgerungen kam, insgesamt aber die Sicherheit der zivilen Kernkraft als gegeben ansah.

Lewis schrieb auch populärwissenschaftliche Bücher und erhielt 1991 einen Science Writing Award für sein Buch Technological Risk.

2010 erregte er Aufmerksamkeit, als er aus der American Physical Society nach 67 Jahren Mitgliedschaft austrat, da diese seiner Meinung nach in Bezug auf das Problem der Globalen Erwärmung von staatlichen Forschungsgeldern korrumpiert sei.[4][5]

Lewis verstarb am 26. Mai 2011 und hinterließ seine Frau Mary Lewis.[1]

Schriften

  • The foundations of fuzzy control, Plenum Press 1997
  • Technological Risk, Norton 1990
  • Why flip a coin. The art and science of good decisions, Wiley 1997

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 University of California, Santa Barbara Campus Notes 93106 bei ucsb.edu, abgerufen am 11. Juni 2011
  2. Lewis u.a. Report to the APS by the Study Group on Light Water Reactor Safety, Reviews of Modern Physics, Band 47, 1975, Suppl. 1. Dazu Physics Today, Juli 1975.
  3. Lewis u.a. Risk Assessment Review Group Report to the U.S. Nuclear Regulatory Commission, NUREG-CR/0400, Washington D. C., NRC, 1978. Dazu Lewis u.a. IEEE Transactions Nuclear Science, Band 26, 1979, S. 4686. Der Gruppe gehörte auch Frank von Hippel und Frederick Zachariasen an
  4. Andrew Revkin im Blog der New York Times, Oktober 2010
  5. Harold Lewis: „Der größte und erfolgreichste pseudowissenschaftliche Betrug“, Fusion 32, 2011, Nr. 1, S. 41-42 (deutsche Übersetzung der Austrittserklärung) (PDF; 386 kB)

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