Wolf (Sternbild)

Wolf (Sternbild)

Sternbild
Wolf
Legende
Lupus constellation map.png
Karte des Sternbilds Wolf
Lateinischer Name Lupus, Bestia[1][2]
Lateinischer Genitiv Lupi, Bestiae
Kürzel Lup
Rektaszension 14174814h 17m 48s bis 16083716h 08m 37s
Deklination 1446552−55° 34′ 48″ bis 1704984−29° 50′ 16″
Fläche 334 deg²
Rang 46
Voll­stän­dig sicht­bar 34° Nord bis 90° Süd
Beob­achtungs­zeit für Mittel­europa nicht sichtbar
Anzahl der Sterne heller als 3 mag 3
Hellster Stern (Größe) Alpha Lupi (2,30)
Meteorströme
Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)
Quellen IAU,
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
für den lateinischen Namen Lupus

Der Wolf (lateinisch Lupus oder auch Bestia)[1][2] ist ein Sternbild des Südhimmels.

Beschreibung

Das Sternbild Lupus, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann
IAU Karte des Sternbilds Wolf

Der Wolf liegt zwischen den markanten Sternbildern Skorpion und Zentaur. Drei seiner Sterne sind heller als die 3. Größenklasse. Durch den südlichen Teil zieht sich die Milchstraße, daher enthält er eine Reihe von nebligen Objekten. Wegen seiner südlichen Lage kann von Südeuropa und dem südlichen Mitteleuropa aus lediglich der nördliche Teil des Wolfs gesehen werden.

Geschichte

Der Wolf gehört zu den klassischen 48 Sternbildern der Antike, die von Ptolemäus beschrieben werden. Vor 2.000 Jahren war er von Südeuropa aus vollständig sichtbar. Infolge der Präzessionsbewegung der Erdachse hat sich seine Lage im Laufe der Zeit nach Süden verschoben.

Im Jahre 1006 leuchtete im Wolf eine extrem helle Supernova auf, die heute als SN 1006 bezeichnet wird.

Mythologie

Bei den Sumerern, Assyrern und Babyloniern wurde das Sternbild ebenfalls Wolf (sumerisch UR.DIM) genannt und galt als Verkörperung des Gottes Kusu, der wiederum zu einem der 12 Himmelsobjekte des Enki gezählt wurde.

Die antiken Griechen nannten ihn Θηρίον Thēríon (ein nicht näher bezeichnetes reißendes Tier). Das Tier wurde vom Zentauren auf einem Altar geopfert.

Himmelsobjekte

Sterne

B F Namen o. andere Bezeichnungen Größe Lj Spektralklasse
α Men, Kakkab 2,30m 500 B1 III
β 2,68m 500 B2 IV
γ 2,80m 400 B2 IV
δ 3,22m 600 B2 IV
ε 3,37m 400 B3 IV
ζ 3,41m 120 G8 + F8
η 3,42m 600 B2 IV
ι 3,55m 400 B3 IV
φ1 3,57m 200 K5 III
κ 3,7m 200 B9 + A2
π 3,91m 400 B5 + B5
χ 5 3,97m
ρ 4,05m
λ 4,07m
θ 4,22m
μ 4,27m 251 B8 + B8 + A0 + F5
ο 4,32m
τ2 4,33m
ω 4,34m
f 2 4,35m
σ 4,44m
φ2 4,54m
d 4,55m 800 B3 + B8
τ1 4,56m
k 4,60m
g 4,64m
ψ1 3 4,66m
ψ2 4 4,75m
e 4,83m
i 1 4,91m
ν1 4,99m
ξ1 4 5,14m
b 5,22m
h 5,23m
υ 5,36m
c 5,38m
a 5,39m
ξ2 5,59m
ν2 5,65m

β Lupi ist ein 500 Lichtjahre entfernter, bläulich leuchtender Stern der Spektralklasse B2 IV[3].

Doppelsterne

System Größen Abstand
ζ 3,41 /6,7m 71"
η 3,42 /7,8m 15"
κ 3,88 /5,7m 27"
ξ 5,2/5,6m 10,7"
π 4,6/4,7m 1,6"
μ 5,0 / 5,1 / 7,2/ 7,1m 1,0 / 23,6 / 242"

κ Lupi ist ein Doppelsternsystem in 200 Lichtjahren Entfernung[4]. Die beiden Komponenten gehören den Spektralklassen B9 und A2 an. Aufgrund des Winkelabstandes von 27 Bogensekunden können sie bereits mit kleineren Teleskop in Einzelsterne aufgelöst werden.

Das System ξ Lupi ist 250 Lichtjahre entfernt. Es besteht aus zwei weißlich leuchtenden Sternen der Spektralklassen A0 und A2.

μ Lupi ist ein 250 Lichtjahre entfernter Vierfachstern [5]. Bereits im Feldstecher sind zwei Sterne sichtbar. Zur Beobachtung aller vier Komponenten benötigt man ein Teleskop von mindestens 20 cm Öffnung.

Veränderliche Sterne

Stern Größe Periode Typ
α 2,30 +/- 0,03m 6,23 Stunden Beta-Cephei-Stern
EX 8m bis 14m T-Tauri-Stern
GQ

α Lupi, der hellste Stern im Wolf, ist ein 548 Lichtjahre entfernter Stern der Spektralklasse B1 III[6]. Er besitzt die 10-fache Masse und den 10-fachen Durchmesser unserer Sonne. Seine Helligkeit verändert sich über einen Zeitraum von 6 Stunden und 14 Minuten um den geringen Betrag von 0,03 Größenklassen. Es handelt sich um einen veränderlichen Stern vom Typ Beta-Cephei.

NGC-Objekte

NGC sonstige Größe Typ Name
5749 8,8m Offener Sternhaufen
5822 6,5m Offener Sternhaufen
5824 9,0m Kugelsternhaufen
5882 10,5m Planetarischer Nebel
5927 8,0m Kugelsternhaufen
5986 7,1m Kugelsternhaufen

Im Wolf befinden sich die offenen Sternhaufen NGC 5749 und NGC 5822[7].

NGC 5822 ist ca. 2500 Lichtjahre entfernt und besteht aus etwa 100 Sternen. Mit einem Durchmesser von 40 Bogenminuten nimmt er am Himmel eine größere Fläche ein als der Vollmond. Im Prismenfernglas erscheint er als ausgedehnter nebliger Fleck.

Die Kugelsternhaufen NGC 5824, NGC 5927 und NGC 5986 können ebenfalls mit dem Fernglas ausgemacht werden.

NGC 5986 ist ca. 35.000 Lichtjahre entfernt. Mit einem Teleskop ab 15 cm Öffnung kann der Randbereich in Einzelsterne aufgelöst werden.

Der Offene Sternhaufen NGC 5822 besitzt eine Ausdehnung von nur 6 Bogensekunden.

Der Retinanebel ist ein planetarischer Nebel die 1900 Lichtjahre entfernt ist.

Siehe auch

Weblinks

 <Lang> Commons: Wolf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Karl Ernst Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch: 1. bestia
  2. 2,0 2,1 Charlton T. Lewis & Charles Short, A Latin Dictionary: bestia
  3. [1] SIMBAD Suche β Lupi
  4. [2] SIMBAD Suche κ Lupi
  5. [3] SIMBAD Suche μ Lupi
  6. [4] SIMBAD Suche α Lupi
  7. [5] NGC

Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


07.04.2021
Myon g-2: Kleines Teilchen mit großer Wirkung
Das Myon g-2-Experiment des Fermilab in den USA steht vor einem Sensationsmoment, der die Geschichte der Teilchenphysik neu schreiben könnte. Und vielleicht sogar Hinweise auf noch unbekannte Teilchen im Universum gibt.
02.04.2021
Zwei merkwürdige Planeten
Uranus und Neptun habe beide ein völlig schiefes Magnetfeld.
02.04.2021
Der erste interstellare Komet könnte der ursprünglichste sein, der je gefunden wurde
Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) deuten darauf hin, dass der abtrünnige Komet 2I/Borisov einer der ursprünglichsten ist, die je beobachtet wurden.
02.04.2021
Erstmals Atominterferometer im Weltraum demonstriert
Atominterferometer erlauben hochpräzise Messungen, indem sie den Wellencharakter von Atomen nutzen. Sie werden zum Beispiel für die Vermessung des Schwerefelds der Erde eingesetzt oder um Gravitationswellen aufzuspüren. Weitere Raketenmissionen sollen folgen.
02.04.2021
Sendungsverfolgung für eine Quantenpost
Quantenkommunikation ist abhörsicher, aber bislang nicht besonders effizient.
25.03.2021
Astronomen bilden Magnetfelder am Rand des Schwarzen Lochs von M 87 ab
Ein neuer Blick auf das massereiche Objekt im Zentrum der Galaxie M 87 zeigt das Erscheinungsbild in polarisierter Radiostrahlung.
24.03.2021
Die frühesten Strukturen des Universums
Das extrem junge Universum kann nicht direkt beobachtet werden, lässt sich aber mithilfe mathematischer Theorien rekonstruieren.
24.03.2021
Können Sternhaufen Teilchen höher beschleunigen als Supernovae?
Ein internationales Forschungsteam hat zum ersten Mal gezeigt, dass hochenergetische kosmische Strahlung in der Umgebung massereicher Sterne erzeugt wird. Neue Hinweise gefunden, wie kosmische Strahlung entsteht.
24.03.2021
Neue Resultate stellen physikalische Gesetze in Frage
Forschende der UZH und des CERN haben neue verblüffende Ergebnisse veröffentlicht.
21.03.2021
Elektronen eingegipst
Eine scheinbar einfache Wechselwirkung zwischen Elektronen kann in einem extremen Vielteilchenproblem zu verblüffenden Korrelationen führen.
21.03.2021
Chromatischer Lichtteilcheneffekt für die Entwicklung photonischer Quantennetzwerke enthüllt
Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Anwendungen der Quanteninformationsverarbeitung. In einem Schlüsselexperiment ist es gelungen, die bislang definierten Grenzen für Photonenanwendungen zu überschreiten.
18.03.2021
Stratosphärische Winde auf Jupiter erstmals gemessen
Mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) hat ein Team von Astronomen zum ersten Mal die Winde in der mittleren Atmosphäre des Jupiters direkt gemessen.
18.03.2021
Was Gravitationswellen über Dunkle Materie verraten
Die NANOGrav-Kollaboration hat kürzlich erste Hinweise auf sehr niederfrequente Gravitationswellen beobachtet.
18.03.2021
Filamente des kosmischen Netzwerks entdeckt
Einem internationalen Team von Astronominnen und Astronomen gelang zum ersten Mal die direkte Kartierung kosmischer Filamente im jungen Universum, weniger als zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall. Die Beobachtungen zeigen sehr leuchtschwache Galaxien, und geben Hinweise auf deren Vorfahren.
18.03.2021
Blaupausen für das Fusionskraftwerk
Am 21 März 1991 erzeugte die Experimentieranlage ASDEX Upgrade im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching das erste Plasma.
12.03.2021
Was die reflektierte Strahlung von Exoplaneten verraten könnte
Als 1995 der erste Planet außerhalb unseres Sonnensystems gefunden wurde, war das eine Sensation, die später mit dem Physik-Nobelpreis gewürdigt wurde.
12.03.2021
Theoretische Lösung für Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit
Wenn Reisen zu fernen Sternen innerhalb der Lebenszeit eines Menschen möglich sein sollen, muss ein Antrieb gefunden werden, der schneller als Lichtgeschwindigkeit ist.
12.03.2021
Quantenkontrolle mit Fernbedienung
Quantentechnologien basieren auf der präzisen Kontrolle des Zustands und der Wechselwirkung einzelner Quantenteilchen.
12.03.2021
Wie Gesteine die Bewohnbarkeit von Exoplaneten beeinflussen
Die Verwitterung von Silikatgesteinen trägt massgeblich dazu bei, dass auf der Erde ein gemässigtes Klima herrscht.
12.03.2021
Roboter lernen schneller mit Quantentechnologie
Künstliche Intelligenz ist Teil unseres modernen Lebens und eine entscheidende Frage für praktische Anwendungen ist, wie schnell solche intelligenten Maschinen lernen können.
11.03.2021
Mikroskopisch kleine Wurmlöcher als theoretische Möglichkeit
In vielen Science-Fiction-Filmen spielen Wurmlöcher eine wichtige Rolle – als Abkürzung zwischen zwei weit entfernten Orten des Weltalls.
09.03.2021
Das am weitesten entfernte Radio-Leuchtfeuer im frühen Universum
Quasare sind die hellen Zentren von Galaxien, die von schwarzen Löchern angetrieben werden, und aktiv Materie ansammeln.
06.03.2021
Eine nahe, glühend heiße Super-Erde
In den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten haben Astronomen Tausende von Exoplaneten aus Gas, Eis und Gestein aufgespürt.
06.03.2021
Vulkane könnten den Nachthimmel dieses Planeten erhellen
Bisher haben Forschende keine Anzeichen auf globale tektonische Aktivität auf Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems gefunden.
03.03.2021
„Ausgestorbenes Atom“ lüftet Geheimnisse des Sonnensystems
Anhand des „ausgestorbenen Atoms“ Niob-92 konnten Forscherinnen Ereignisse im frühen Sonnensystem genauer datieren als zuvor.