Wladimir Tschernoussenko

Wladimir Tschernoussenko

Wladimir Michailowitsch Tschernoussenko (russisch Владимир Михайлович Черноусенко, engl. Transkription Vladimir Chernousenko; * 12. Mai 1941 in Nju Jork, Oblast Donezk; † 1996 in Deutschland) war ein ukrainischer Atomphysiker. Er wurde international durch seine Arbeit in der Sperrzone von Tschornobyl und seine Kritik an den Atomenergieprogrammen bekannt.

Leben

1965 schloss Tschernoussenko an der Staatsuniversität Charkiw sein Physikstudium mit dem Schwerpunkt auf theoretischer Atomphysik ab und übernahm eine Stelle am Institut für Physik an der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften in Kiew. 1971 wechselte er zum Institut für Theoretische Physik. Nach seiner Promotion 1973 übernahm er die Leitung des Labors für Nonlineare Physik und Ökologie, die er bis 1991 innehatte. Nach der Katastrophe von Tschernobyl im April 1986 war Tschernoussenko bis 1991 in der Tschernobyl-Kommission der Akademie, und wissenschaftlicher Leiter der Task Force, die im Mai am Reaktor eintraf, um Dekontaminations- und Strahlenschutzmaßnahmen zu planen und den „Sarkophag“ (Schutzbau um den zerstörten Reaktor) zu entwickeln. Er arbeitete bis Anfang 1987 in der Sperrzone ungeachtet der hohen Strahlendosen, die seine Ablösung erfordert hätten. In den folgenden Jahren wurde Tschernoussenko in den westlichen Staaten zu einem bekannten Kritiker der Kernenergie, vor allem durch sein Werk Tschernobyl - die Wahrheit (engl. Insights from the inside).

1996 starb er an den Folgen einer Krebskrankheit.[1]

Veröffentlichungen

Literatur

  • Menschen sinnlos geopfert. In: Der Spiegel. Nr. 5, 1992, S. 140 ff. (online – Titelgeschichte).
  • Rolf S. Müller & Rainer Paul: „Wir töten euch ganz leise“. In: Der Spiegel. Nr. 5, 1992, S. 151 ff. (online – Interview).

Film

  • The Truth about Chernobyl. Interview mit Karl Grossman. EnviroVideo, 1994, 45 min (Auszug auf YouTube; 10:00 min)

" Die Zeit, die mir noch bleibt - Wladimir Tschernousenko" Regie: Detlev F. Neufert ARD

Weblinks

Fußnoten

  1. Sonnenseite: Tschernobyl, der Krebs und die widersprüchlichen Todeszahlen. 11. April 2006


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