Tukan (Sternbild)

Tukan (Sternbild)

Sternbild
Tukan
Legende
Tucana constellation map.png
Karte des Sternbilds Tukan
Lateinischer Name Tucana
Lateinischer Genitiv Tucanae
Kürzel Tuc
Rektaszension 22082722h 08m 27s bis 124491h 24m 49s
Deklination 1247950−75° 20′ 50″ bis 1438154−56° 18′ 46″
Fläche 295 deg²
Rang 48
Voll­stän­dig sicht­bar 15° Nord bis 90° Süd
Beob­achtungs­zeit für Mittel­europa nicht beobachtbar
Anzahl der Sterne heller als 3 mag 1
Hellster Stern (Größe) α Tucanae (2,86)
Meteorströme
Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)
Quellen IAU,

Der Tukan (lateinisch Tucana) ist ein Sternbild des Südhimmels.

Beschreibung

Der Tukan ist ein wenig markantes Sternbild südlich des Kranichs. Nur einer seiner Sterne ist heller als die 3. Größenklasse.

Im Südosten stehen die auffällige Kleine Magellansche Wolke, eine kleinere Begleitgalaxie unserer Milchstraße, sowie der Kugelsternhaufen 47 Tucanae.

Geschichte

Der Tukan gehört zu den Sternbildern, die Ende des 16. Jahrhunderts von den niederländischen Seefahrern Pieter Dirkszoon Keyser und Frederick de Houtman eingeführt wurden. Er soll einen exotischen Vogel darstellen. Johann Bayer übernahm das Sternbild in seinen 1603 erschienenen Himmelsatlas Uranometria.

Himmelsobjekte

Sterne

B F Namen o. andere Bezeichnungen m Lj Spektralklasse
α 2,87 199 K3 III
γ 3,99 72 F1 III
ζ 4,23 28 F9 V
κ 4,25 67 F6 IV
β1 4,36 140 B9 V
ε 4,49 375 B9 IV
δ 4,51 267 B8 V
β2 4,53 172 A2 V
ν 4,91 273 M4 III
η 5,00 159 A1 V
β3 5,07 152 A0 V
HR 8531 5,31 67 F9 V
ι 5,36 279 G5 III
ρ 5,38 133 F6 V
λ2 5,45 210 G7 III
π 5,50 306 B9 V
λ2 6,67

α Tucanae ist ein 199 Lichtjahre entfernter, orangefarbener Stern der Spektralklasse K3 III. Es handelt sich eigentlich um ein enges Doppelsternsystem, das jedoch mit optischen Teleskopen nicht getrennt werden kann. Die Existenz des Begleiters, der den Hauptstern in 11,5 Jahren umkreist, konnte nur durch die exakte Messung der Eigenbewegung nachgewiesen werden.

Doppelsterne

System m Abstand
β 4,36 / 4,53 / 5,07 27"/9’
λ 5,45 / 6,67 13,8"

Der zweithellste Stern, β Beta Tucanae, erscheint am Himmel als Stern der Größe 3,7m. Es handelt sich tatsächlich um ein Mehrfachsternsystem in 140 Lichtjahren Entfernung, das aus sechs Sternen besteht. Die drei hellsten tragen die Bezeichnungen β1, β2 und β3. β1 und β2 werden auch als Beta Tucanae A und Beta Tucanae C bezeichnet. Ihr Winkelabstand am Himmel beträgt 27 Bogenminuten, was einem tatsächlichen Abstand von 1.100 Astronomischen Einheiten (AU) entspricht. β1 besitzt einen nur 13,5 m hellen Begleiter, Beta Tucanae B, in 2,4 Bogensekunden Abstand. Der Begleiter von β2, Beta Tucanae D, ist ein Stern 6. Größe in einem Abstand von 0,38 Bogensekunden.

β3 hat von β1 und β2 einen Abstand von 9 Bogenminuten, was 0,37 Lichtjahren entspricht. Das System besteht aus zwei Sternen der Größen 5,8 und 6,0m. Da sie nur 0,1 Bogensekunden auseinanderstehen, können sie mit dem Teleskop nicht getrennt werden. Es ist nicht sicher, ob β3 aufgrund des großen Abstandes tatsächlich gravitativ mit den restlichen Sternen verbunden ist. Dafür spricht, dass alle Sterne die gleiche Eigenbewegung aufweisen.

λ Tucanae ist ein Doppelsternsystem in 210 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Komponenten gehören den Spektralklassen F7 IV und K2 III an. Aufgrund ihres relativ weiten Winkelabstandes können sie bereits mit einem kleinen Teleskop in Einzelsterne aufgelöst werden.

Veränderliche Sterne

Stern m Periode Typ
θ 6,06 bis 6,15 1,18 bis 1,45 Stunden kurzperiodisch Veränderlicher

θ Tucanae ist ein 210 Lichtjahre entfernter veränderlicher Stern vom Typ Delta-Scuti. Seine Helligkeit ändert sich geringfügig über Zeiträume von 1,18 bis 1,45 Stunden.

NGC-Objekte

NGC sonstige m Typ Name
104 47 Tucanae 4,0 Kugelsternhaufen
292 SMC 5 Galaxie Kleine Magellansche Wolke
346 Gasnebel
371 Sternansammlung
362 6,8< Kugelsternhaufen

NGC 104, auch als 47 Tucanae bezeichnet, ist nach Omega Centauri der zweithellste Kugelsternhaufen am Nachthimmel. Er ist bereits mit bloßem Auge erkennbar und erreicht mit 20 Bogenminuten zwei Drittel des Vollmonddurchmessers. In einem mittleren Teleskop mit 15 cm Öffnung kann der Haufen vollständig in Einzelsterne aufgelöst werden. NGC 104 steht am Himmel in unmittelbarer Nähe der Kleinen Magellanschen Wolke, ist aber mit einer Entfernung von 14.000 Lichtjahren wesentlich näher.

Die Kleine Magellansche Wolke (englisch: Small Magellanic Cloud, SMC) ist ebenfalls ein auffälliges Objekt am Nachthimmel. Es handelt sich um eine kleinere Begleitgalaxie unserer Milchstraße in etwa 200.000 Lichtjahren Entfernung. In ihr befinden sich mehrere Sternhaufen und Nebel, die bereits mit kleineren Fernrohren beobachtet werden können, wie der Emissionsnebel NGC 346 oder die Sternansammlung NGC 371.

NGC 362 ist ein Kugelsternhaufen in 30.000 Lichtjahre Entfernung. Mit einem mittleren Teleskop kann der Randbereich in Einzelsterne aufgelöst werden.

Siehe auch

Weblinks

 <Lang> Commons: Sternbild Tukan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


07.04.2021
Myon g-2: Kleines Teilchen mit großer Wirkung
Das Myon g-2-Experiment des Fermilab in den USA steht vor einem Sensationsmoment, der die Geschichte der Teilchenphysik neu schreiben könnte. Und vielleicht sogar Hinweise auf noch unbekannte Teilchen im Universum gibt.
02.04.2021
Zwei merkwürdige Planeten
Uranus und Neptun habe beide ein völlig schiefes Magnetfeld.
02.04.2021
Der erste interstellare Komet könnte der ursprünglichste sein, der je gefunden wurde
Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) deuten darauf hin, dass der abtrünnige Komet 2I/Borisov einer der ursprünglichsten ist, die je beobachtet wurden.
02.04.2021
Erstmals Atominterferometer im Weltraum demonstriert
Atominterferometer erlauben hochpräzise Messungen, indem sie den Wellencharakter von Atomen nutzen. Sie werden zum Beispiel für die Vermessung des Schwerefelds der Erde eingesetzt oder um Gravitationswellen aufzuspüren. Weitere Raketenmissionen sollen folgen.
02.04.2021
Sendungsverfolgung für eine Quantenpost
Quantenkommunikation ist abhörsicher, aber bislang nicht besonders effizient.
25.03.2021
Astronomen bilden Magnetfelder am Rand des Schwarzen Lochs von M 87 ab
Ein neuer Blick auf das massereiche Objekt im Zentrum der Galaxie M 87 zeigt das Erscheinungsbild in polarisierter Radiostrahlung.
24.03.2021
Die frühesten Strukturen des Universums
Das extrem junge Universum kann nicht direkt beobachtet werden, lässt sich aber mithilfe mathematischer Theorien rekonstruieren.
24.03.2021
Können Sternhaufen Teilchen höher beschleunigen als Supernovae?
Ein internationales Forschungsteam hat zum ersten Mal gezeigt, dass hochenergetische kosmische Strahlung in der Umgebung massereicher Sterne erzeugt wird. Neue Hinweise gefunden, wie kosmische Strahlung entsteht.
24.03.2021
Neue Resultate stellen physikalische Gesetze in Frage
Forschende der UZH und des CERN haben neue verblüffende Ergebnisse veröffentlicht.
21.03.2021
Elektronen eingegipst
Eine scheinbar einfache Wechselwirkung zwischen Elektronen kann in einem extremen Vielteilchenproblem zu verblüffenden Korrelationen führen.
21.03.2021
Chromatischer Lichtteilcheneffekt für die Entwicklung photonischer Quantennetzwerke enthüllt
Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Anwendungen der Quanteninformationsverarbeitung. In einem Schlüsselexperiment ist es gelungen, die bislang definierten Grenzen für Photonenanwendungen zu überschreiten.
18.03.2021
Stratosphärische Winde auf Jupiter erstmals gemessen
Mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) hat ein Team von Astronomen zum ersten Mal die Winde in der mittleren Atmosphäre des Jupiters direkt gemessen.
18.03.2021
Was Gravitationswellen über Dunkle Materie verraten
Die NANOGrav-Kollaboration hat kürzlich erste Hinweise auf sehr niederfrequente Gravitationswellen beobachtet.
18.03.2021
Filamente des kosmischen Netzwerks entdeckt
Einem internationalen Team von Astronominnen und Astronomen gelang zum ersten Mal die direkte Kartierung kosmischer Filamente im jungen Universum, weniger als zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall. Die Beobachtungen zeigen sehr leuchtschwache Galaxien, und geben Hinweise auf deren Vorfahren.
18.03.2021
Blaupausen für das Fusionskraftwerk
Am 21 März 1991 erzeugte die Experimentieranlage ASDEX Upgrade im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching das erste Plasma.
12.03.2021
Was die reflektierte Strahlung von Exoplaneten verraten könnte
Als 1995 der erste Planet außerhalb unseres Sonnensystems gefunden wurde, war das eine Sensation, die später mit dem Physik-Nobelpreis gewürdigt wurde.
12.03.2021
Theoretische Lösung für Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit
Wenn Reisen zu fernen Sternen innerhalb der Lebenszeit eines Menschen möglich sein sollen, muss ein Antrieb gefunden werden, der schneller als Lichtgeschwindigkeit ist.
12.03.2021
Quantenkontrolle mit Fernbedienung
Quantentechnologien basieren auf der präzisen Kontrolle des Zustands und der Wechselwirkung einzelner Quantenteilchen.
12.03.2021
Wie Gesteine die Bewohnbarkeit von Exoplaneten beeinflussen
Die Verwitterung von Silikatgesteinen trägt massgeblich dazu bei, dass auf der Erde ein gemässigtes Klima herrscht.
12.03.2021
Roboter lernen schneller mit Quantentechnologie
Künstliche Intelligenz ist Teil unseres modernen Lebens und eine entscheidende Frage für praktische Anwendungen ist, wie schnell solche intelligenten Maschinen lernen können.
11.03.2021
Mikroskopisch kleine Wurmlöcher als theoretische Möglichkeit
In vielen Science-Fiction-Filmen spielen Wurmlöcher eine wichtige Rolle – als Abkürzung zwischen zwei weit entfernten Orten des Weltalls.
09.03.2021
Das am weitesten entfernte Radio-Leuchtfeuer im frühen Universum
Quasare sind die hellen Zentren von Galaxien, die von schwarzen Löchern angetrieben werden, und aktiv Materie ansammeln.
06.03.2021
Eine nahe, glühend heiße Super-Erde
In den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten haben Astronomen Tausende von Exoplaneten aus Gas, Eis und Gestein aufgespürt.
06.03.2021
Vulkane könnten den Nachthimmel dieses Planeten erhellen
Bisher haben Forschende keine Anzeichen auf globale tektonische Aktivität auf Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems gefunden.
03.03.2021
„Ausgestorbenes Atom“ lüftet Geheimnisse des Sonnensystems
Anhand des „ausgestorbenen Atoms“ Niob-92 konnten Forscherinnen Ereignisse im frühen Sonnensystem genauer datieren als zuvor.