Submillimeter Array

Das Submillimeter Array (SMA) ist ein Radiointerferometer für astronomische Beobachtungen bei Frequenzen von 180 bis 900 GHz.

6 Radioteleskope des Submillimeter-Array

Das SMA besteht aus 8 Radioteleskopen mit je 6 Meter Antennendurchmesser an einem Standort in 4080 m Höhe am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaii. Die einzelnen Teleskope können an verschiedene Standorte transportiert werden, die Basislinien zwischen 2 Teleskopen zwischen 9 und 500 Metern ergeben. Je nach Frequenz ergibt sich damit eine räumliche Auflösung von bis zu 0,1″. Zurzeit (2008) verfügbar sind Empfänger für Frequenzen um 230, 345 und 690 GHz.

Die acht Teleskope des SMA können auch mit den beiden einzelnen Submillimeterteleskopen auf Mauna Kea – James Clerk Maxwell Telescope (15 m) und Caltech Submillimeter Observatory (10,4 m) – zum extended SMA (eSMA) interferometrisch verbunden werden. Diese Kombination erreicht durch die beiden größeren Teleskope eine höhere Empfindlichkeit und wegen der längeren Basislinien (bis 783 m) auch höhere Auflösung, ist aber auf Frequenzen um 230 und 345 GHz beschränkt.

Das SMA war das erste für Beobachtungen unter einem mm Wellenlänge konzipierte Radiointerferometer und wurde im November 2003 offiziell in Betrieb genommen. Es wurde in Zusammenarbeit des Smithsonian Astrophysical Observatory und des taiwanischen Academia Sinica Institute of Astronomy and Astrophysics entwickelt, gebaut und betrieben.

Als Radiointerferometer für den Millimeter- und Submillimeterbereich ermöglicht das SMA hochauflösende Beobachtungen z. B. von der Wärmeemission des Staubs um junge Sterne oder in Galaxien, und von Spektrallinien vieler verschiedener Moleküle.

Weblinks

SMA-Webseite bei SAO

Koordinaten: 19° 49′ 27″ N, 155° 28′ 41″ W

News mit dem Thema Submillimeter Array

08.03.2022
Sonnensysteme | Astrobiologie
Bisher größtes Molekül in einer Planeten bildenden Scheibe entdeckt
Mit Hilfe des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) in Chile haben Forscherinnen des Observatoriums Leiden in den Niederlanden zum ersten Mal Dimethylether in einer Planeten bildenden Scheibe nachgewiesen.
04.11.2021
Galaxien
Am weitesten entfernter Nachweis von Fluor in sternbildender Galaxie
Eine neue Entdeckung gibt Aufschluss darüber, wie Fluor – ein Element, das in unseren Knochen und Zähnen als Fluorid vorkommt – im Universum entsteht.
18.03.2021
Planeten
Stratosphärische Winde auf Jupiter erstmals gemessen
Mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) hat ein Team von Astronomen zum ersten Mal die Winde in der mittleren Atmosphäre des Jupiters direkt gemessen.
12.08.2020
Galaxien | Milchstraße
ALMA findet das am weitesten entfernte Ebenbild der Milchstraße
Astronomen haben mit dem Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) eine extrem weit entfernte und daher sehr junge Galaxie entdeckt, die unserer Milchstraße überraschend ähnlich sieht.
05.02.2020
ALMA lichtet den schönen Ausgang des Kampfes zweier Sterne ab
Astronomen haben mit dem Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA), an dem die ESO beteiligt ist, eine eigentümliche Gaswolke entdeckt, die aus einer Konfrontation zweier Sterne resultiert.
16.05.2018
Galaxien | Sterne
ALMA und VLT finden Hinweise auf Sternentstehung nur 250 Millionen Jahre nach dem Urknall
Astronomen haben anhand von Beobachtungen des Atacama Large Millimeter/Submillimeter Arrays (ALMA) und des Very Large Telescope (VLT) der ESO festgestellt, dass die Sternentstehung in der weit entfernten Galaxie MACS1149-JD1 in einem unerwartet frühen Stadium begann, nur 250 Millionen Jahre nach dem Urknall.
24.04.2015
Astrophysik | Elektrodynamik
ALMA bringt starkes Magnetfeld in der Nähe eines supermassereichen Schwarzen Lochs
Wissenschaftler haben mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) am Rand des Ereignishorizonts eines supermassereichen Schwarzen Lochs ein extrem starkes Magnetfeld aufgespürt, das alle bisher im Zentrum einer Galaxie gemessenen Felder in den Schatten stellt.