Sextant (Sternbild)

Sextant (Sternbild)

Sternbild
Sextant
Legende
Sextans constellation map.png
Karte des Sternbilds Sextant
Lateinischer Name Sextans
Lateinischer Genitiv Sextantis
Kürzel Sex
Rektaszension 941059h 41m 05s bis 10513010h 51m 30s
Deklination 1886056−11° 39′ 44″ bis 2062558+6° 25′ 58″
Fläche 314 deg²
Rang 47
Voll­stän­dig sicht­bar 78° Nord bis 84° Süd
Beob­achtungs­zeit für Mittel­europa Frühjahr
Anzahl der Sterne heller als 3 mag 0
Hellster Stern (Größe) Sextantis (4,49)
Meteorströme
Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)
Quellen IAU,

Der Sextant (lateinisch Sextans) ist ein Sternbild in der Nähe des Himmelsäquators.

Beschreibung

Das Sternbild Sextant, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann

Der Sextant ist ein unscheinbares Sternbild, das am Nachthimmel kaum zu erkennen ist. Nur einer seiner Sterne ist heller als die 5. Größenklasse. Der Sextant liegt zwischen dem markanten Löwen (Leo) und der lang gestreckten Wasserschlange (Hydra).

Im Sextanten befinden sich mehrere Galaxien, von denen eine bereits mit einem kleineren Teleskop beobachtet werden kann.

Geschichte

Das Sternbild wurde 1690 von dem Danziger Astronomen Johannes Hevelius eingeführt. Es soll den Sextanten darstellen, mit dem er die Sternpositionen vermaß.

Vor Hevelius hatte der Mönch Anton Maria Schyrleus de Rheita 1643 die Sterne dieser Himmelsregion zum Schweißtuch Christi zusammengefasst. Diese Benennung konnte sich allerdings nicht durchsetzen.

Himmelsobjekte

Sterne

B F Namen o. andere Bezeichnungen m Lj Spektralklasse
α 15 4,49 287 A0 III
γ 8 5,05 262 A2 V
β 30 5,09 345 B6 V
δ 29 5,21 300 B9.5 V
ε 22 5,24m 183 F2 III
18 5,65
19 5,77
35 5,79
41 5,79
17 5,91
25 SS 5,97v
6 6,01
7 6,02
14 6,21
4 6,24
33 6,26
36 6,28
26 6,33
37 6,38
13 6,45
27 6,55
34 6,57
40 6,61
23 RS 6,66v
12 6,70
9 6,72
21 6,97
31 6,98
20 7,37

Der hellste Stern im Sextanten ist der 287 Lichtjahre entfernte α Sextantis. Es handelt sich um einen bläulich-weiß leuchtenden Stern der Spektralklasse A0 III mit einer Oberflächentemperatur von 15.000 °C.

Doppelsterne

System m Abstand
γ 5,6 / 6,1 0,6"
35 6,1 / 7,2 6,8"

γ Sextantis ist ein Doppelsternsystem in 262 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Komponenten sind bläulich-weiß leuchtende Sterne der Spektralklassen A1 und A4. Aufgrund des geringen Winkelabstandes von nur 0,6 Bogensekunden kann das System nur in größeren Teleskopen in Einzelsterne aufgelöst werden.

Das System 35 Sextantis ist 800 Lichtjahre entfernt und besteht aus zwei orange leuchtenden Sternen der Spektralklassen K3 und K0. Die Sterne können bereits mit einem kleineren Teleskop beobachtet werden.

Veränderliche Sterne

Objekt m Periode Typ
β α2 Canis Venaticorum-Stern

β Sextantis ist ein 345 Lichtjahre entfernter veränderlicher Stern vom Typ α2 Canis Venaticorum.

Messier- und NGC-Objekte

Messier (M) NGC sonstige m Typ Name
3115 9,1 Galaxie Spindelgalaxie
3156 12,4 Galaxie
3165 13,9 Galaxie
3166 10,4 Galaxie
3169 10,2 Galaxie

NGC 3115 ist eine 25 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie in Kantenlage, d. h., wir sehen sie von der Seite. Im Teleskop erscheint sie länglich und erinnert an eine Spindel, weshalb sie auch als „Spindelgalaxie“ bezeichnet wird.

Die Galaxien NGC 3156, NGC 3165, NGC 3166 und NGC 3169 bilden eine Gruppe von Galaxien in 60 Millionen Lichtjahren Entfernung. Die Galaxien NGC 3166 und NGC 3169 sind nur etwa 50.000 Lichtjahre voneinander entfernt. Aufgrund der Schwerkraftwirkung beeinflussen sie gegenseitig ihre Strukturen.

Da die Galaxiengruppe relativ weit entfernt und damit lichtschwach ist, benötigt man zur Beobachtung ein größeres Teleskop.

Sonstige Objekte

Der Sextant enthält CL J1001+0220 als einer der weitest entfernten Galaxienhaufen mit der Rotverschiebung von z = 2,506.

Siehe auch

Weblinks

 <Lang> Commons: Sternbild Sextant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


07.04.2021
Myon g-2: Kleines Teilchen mit großer Wirkung
Das Myon g-2-Experiment des Fermilab in den USA steht vor einem Sensationsmoment, der die Geschichte der Teilchenphysik neu schreiben könnte. Und vielleicht sogar Hinweise auf noch unbekannte Teilchen im Universum gibt.
02.04.2021
Zwei merkwürdige Planeten
Uranus und Neptun habe beide ein völlig schiefes Magnetfeld.
02.04.2021
Der erste interstellare Komet könnte der ursprünglichste sein, der je gefunden wurde
Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) deuten darauf hin, dass der abtrünnige Komet 2I/Borisov einer der ursprünglichsten ist, die je beobachtet wurden.
02.04.2021
Erstmals Atominterferometer im Weltraum demonstriert
Atominterferometer erlauben hochpräzise Messungen, indem sie den Wellencharakter von Atomen nutzen. Sie werden zum Beispiel für die Vermessung des Schwerefelds der Erde eingesetzt oder um Gravitationswellen aufzuspüren. Weitere Raketenmissionen sollen folgen.
02.04.2021
Sendungsverfolgung für eine Quantenpost
Quantenkommunikation ist abhörsicher, aber bislang nicht besonders effizient.
25.03.2021
Astronomen bilden Magnetfelder am Rand des Schwarzen Lochs von M 87 ab
Ein neuer Blick auf das massereiche Objekt im Zentrum der Galaxie M 87 zeigt das Erscheinungsbild in polarisierter Radiostrahlung.
24.03.2021
Die frühesten Strukturen des Universums
Das extrem junge Universum kann nicht direkt beobachtet werden, lässt sich aber mithilfe mathematischer Theorien rekonstruieren.
24.03.2021
Können Sternhaufen Teilchen höher beschleunigen als Supernovae?
Ein internationales Forschungsteam hat zum ersten Mal gezeigt, dass hochenergetische kosmische Strahlung in der Umgebung massereicher Sterne erzeugt wird. Neue Hinweise gefunden, wie kosmische Strahlung entsteht.
24.03.2021
Neue Resultate stellen physikalische Gesetze in Frage
Forschende der UZH und des CERN haben neue verblüffende Ergebnisse veröffentlicht.
21.03.2021
Elektronen eingegipst
Eine scheinbar einfache Wechselwirkung zwischen Elektronen kann in einem extremen Vielteilchenproblem zu verblüffenden Korrelationen führen.
21.03.2021
Chromatischer Lichtteilcheneffekt für die Entwicklung photonischer Quantennetzwerke enthüllt
Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Anwendungen der Quanteninformationsverarbeitung. In einem Schlüsselexperiment ist es gelungen, die bislang definierten Grenzen für Photonenanwendungen zu überschreiten.
18.03.2021
Stratosphärische Winde auf Jupiter erstmals gemessen
Mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) hat ein Team von Astronomen zum ersten Mal die Winde in der mittleren Atmosphäre des Jupiters direkt gemessen.
18.03.2021
Was Gravitationswellen über Dunkle Materie verraten
Die NANOGrav-Kollaboration hat kürzlich erste Hinweise auf sehr niederfrequente Gravitationswellen beobachtet.
18.03.2021
Filamente des kosmischen Netzwerks entdeckt
Einem internationalen Team von Astronominnen und Astronomen gelang zum ersten Mal die direkte Kartierung kosmischer Filamente im jungen Universum, weniger als zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall. Die Beobachtungen zeigen sehr leuchtschwache Galaxien, und geben Hinweise auf deren Vorfahren.
18.03.2021
Blaupausen für das Fusionskraftwerk
Am 21 März 1991 erzeugte die Experimentieranlage ASDEX Upgrade im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching das erste Plasma.
12.03.2021
Was die reflektierte Strahlung von Exoplaneten verraten könnte
Als 1995 der erste Planet außerhalb unseres Sonnensystems gefunden wurde, war das eine Sensation, die später mit dem Physik-Nobelpreis gewürdigt wurde.
12.03.2021
Theoretische Lösung für Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit
Wenn Reisen zu fernen Sternen innerhalb der Lebenszeit eines Menschen möglich sein sollen, muss ein Antrieb gefunden werden, der schneller als Lichtgeschwindigkeit ist.
12.03.2021
Quantenkontrolle mit Fernbedienung
Quantentechnologien basieren auf der präzisen Kontrolle des Zustands und der Wechselwirkung einzelner Quantenteilchen.
12.03.2021
Wie Gesteine die Bewohnbarkeit von Exoplaneten beeinflussen
Die Verwitterung von Silikatgesteinen trägt massgeblich dazu bei, dass auf der Erde ein gemässigtes Klima herrscht.
12.03.2021
Roboter lernen schneller mit Quantentechnologie
Künstliche Intelligenz ist Teil unseres modernen Lebens und eine entscheidende Frage für praktische Anwendungen ist, wie schnell solche intelligenten Maschinen lernen können.
11.03.2021
Mikroskopisch kleine Wurmlöcher als theoretische Möglichkeit
In vielen Science-Fiction-Filmen spielen Wurmlöcher eine wichtige Rolle – als Abkürzung zwischen zwei weit entfernten Orten des Weltalls.
09.03.2021
Das am weitesten entfernte Radio-Leuchtfeuer im frühen Universum
Quasare sind die hellen Zentren von Galaxien, die von schwarzen Löchern angetrieben werden, und aktiv Materie ansammeln.
06.03.2021
Eine nahe, glühend heiße Super-Erde
In den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten haben Astronomen Tausende von Exoplaneten aus Gas, Eis und Gestein aufgespürt.
06.03.2021
Vulkane könnten den Nachthimmel dieses Planeten erhellen
Bisher haben Forschende keine Anzeichen auf globale tektonische Aktivität auf Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems gefunden.
03.03.2021
„Ausgestorbenes Atom“ lüftet Geheimnisse des Sonnensystems
Anhand des „ausgestorbenen Atoms“ Niob-92 konnten Forscherinnen Ereignisse im frühen Sonnensystem genauer datieren als zuvor.