Schmidtsches Netz

Schmidtsches Netz

Das Schmidtsche Netz bzw. die Lagenkugel ist ein Hilfsmittel zur Darstellung geologischer oder kristallographischer Richtungsdaten, erdacht von Walter Schmidt (1925). Es handelt sich hierbei um einen geometrischen Fachbegriff. Da diese Daten in den meisten Fällen nur Richtungen darstellen und somit keinen definierten Betrag (z. B. Länge) haben, kann man sie als Einheitsvektoren auffassen. Lässt man alle diese Einheitsvektoren in einem Punkt beginnen, so liegen ihre Spitzen auf einer Kugeloberfläche, der Lagenkugel. Linienförmige (d. h. lineare) Elemente werden dabei in Form des Berührungspunktes (Durchstoßpunkt) des Vektors mit der Kugeloberfläche eingezeichnet. Flächige Elemente werden durch den Berührungspunkt der Flächennormale mit der Lagenkugel dargestellt. Die Lage eines solchen Punktes wird genauso wie die Lage eines geographischen Punktes auf der Erdoberfläche durch Längen- und Breitenkreise angegeben. Ein flächiges Element kann auch durch einen Großkreis dargestellt werden, der normal (d. h. senkrecht) auf dem Durchstoßpunkt der Flächennormale liegt.

Anwendung

Lagenkugel: Lagenkugel für tektonische Daten (untere Halbkugel) mit Meridianen (Großkreisen) zur Festlegung der Azimute und mit Breitenkreisen zur Festlegung des Fallwinkels.

Der große Vorteil der Lagenkugel-Darstellung liegt in der Vergleichbarkeit verschiedener Datenmengen und der Möglichkeit, verschiedenste geometrische Operationen mit diesen Daten durchzuführen. Ebenso lässt sich die Geometrie geologischer Körper mit diesem Hilfsmittel sehr anschaulich ermitteln. In der Kristallographie ist die Lagenkugel ein wichtiges Hilfsmittel, um die Symmetriebeziehungen kristallographischer Flächen und Achsen anschaulich zu demonstrieren. Bei der Darstellung geologischer Sachverhalte auf der Lagenkugel muss man sich allerdings bewusst sein, dass die geographische Lage jedes dargestellten Elementes verloren geht und nur noch seine Richtung übrig bleibt. So kann man z. B. Sättel und Mulden (= geologische Falten) auf der Lagenkugel nicht unterscheiden.

Da die meisten Gefügedaten bipolare Achsen sind, genügt i. d. R. die Darstellung auf einer Halbkugel. In der Geologie wird normalerweise die untere Halbkugel verwendet, während kristallographische Elemente gewöhnlich in der oberen Halbkugel dargestellt werden. Die Lagenkugel eignet sich auch hervorragend für die Darstellung großer Datenmengen, für die auch richtungsstatistische Parameter auf der Lagenkugel ermittelt werden können. Um die Lagenkugel anschaulich und eindeutig in einer Zeichenebene darzustellen, verwendet man verschiedene Lagenkugelprojektionen.

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