Saul Perlmutter

Saul Perlmutter

Saul Perlmutter bei der Verleihung des Shaw Prize 2006

Saul Perlmutter (* 22. September 1959 in Champaign-Urbana, Illinois) ist ein US-amerikanischer Astronom und Nobelpreisträger in Physik.

Familie

Saul Perlmutter wurde in einer aschkenasi-jüdischen Familie geboren.[1][2] Er ist der Sohn des ehemaligen Professors für Chemie- und Biomolekularingenieurwissenschaft an der University of Pennsylvania Daniel P. Perlmutter[3][4][5] und der früheren Professorin an der Temple University und Sozialwissenschaftlerin Felice D. Perlmutter, deren jüdische Eltern nach der russischen Revolution 1919 aus dem heutigen Moldawien über Kanada in die USA einwanderten. Saul Perlmutter hat zwei Geschwister, Shira und Tova.

Leben

Saul Perlmutter studierte Physik an der Harvard University (Bachelor-Abschluss 1981) und erlangte 1986 den Ph.D. an der University of California, Berkeley mit einer Arbeit zur Suche nach Supernovae. Er war von 1989 bis 1993 Wissenschaftler am Center for Particle Astrophysics in Berkeley und ist seit 1983 Wissenschaftler am Lawrence Berkeley National Laboratory (seit 1999 als Senior Scientist und Gruppenleiter).[6]

Perlmutter leitet das Supernova Cosmology Project, eines der beiden Teams, die Ende der 1990er Jahre aus der Messung der Helligkeit ferner Supernovae des Typs Ia auf eine Beschleunigung der kosmischen Expansion schlossen. Diese Entdeckung war Auslöser der heutigen Suche nach der Natur der Dunklen Energie. Perlmutter ist an mehreren Beobachtungsprojekten beteiligt, die zur Klärung kosmologischer Probleme nach Supernovae suchen.[6]

2011 erhielt er gemeinsam mit Brian P. Schmidt und Adam Riess vom High-Z Supernova Search Team (dem anderen Projekt dem die Entdeckung gelang) den Nobelpreis für Physik. Gewürdigt wurde ihre Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums durch die Beobachtung ferner Supernovae.[7]

Seit 2000 ist Perlmutter Fellow der American Physical Society, seit 2002 Mitglied der National Academy of Sciences, seit 2007 der American Academy of Arts and Sciences, seit 2003 der American Association for the Advancement of Science und seit 2014 der American Philosophical Society. Er forscht außerdem im Berkeley Earth Surface Temperature-Projekt mit.

Auszeichnungen

Schriften

  • Supernova Cosmology Project (Perlmutter u.a.): Cosmology from Type Ia Supernovae, Bulletin Am. Astron. Soc., Band 29, 1997, S. 1351, Arxiv
  • Supernova Cosmology Project (Perlmutter u.a.): Measurements of the Cosmological Parameters Omega and Lambda from the First 7 Supernovae at z >= 0.35, Astroph. J., Band 483, 1997, S. 565, Arxiv
  • Supernova Cosmology Project (Perlmutter u.a.): Measurements of Omega and Lambda from 42 High-Redshift Supernovae, Astrophys.J., Band 517., 1999, S-. 565-586, Arxiv
  • mit Brian P. Schmidt: Measuring Cosmology with Supernovae, in: K. Weiler (Hrsg.) Supernovae & Gamma Ray Bursts, Lecture notes in physics 598, Springer, 2003, S. 195–217, Arxiv

Weblinks

 <Lang> Commons: Saul Perlmutter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Daniel D. Perlmutter.
  2. Social Work Honors Its Own at Reunion.
  3. „Physics in the News“, University of California, Berkeley, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  4. Daniel P. Perlmutter, Robert L. Rothstein: „The Challenge of Climate Change: Which Way Now“, John Wiley and Sons 2011, Seite 1.
  5. Webseite von Daniel P. Perlmutter, University of Pennsylvania, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  6. 6,0 6,1 Lisa Yount: Modern astronomy: expanding the universe. Infobase Publishing 2006, Seite 195 f.
  7. The Nobel Prize in Physics 2011 bei nobelprize.org, 4. Oktober 2011 (englisch; abgerufen am 4. Oktober 2011).


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