SVALBIRD

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SVALBIRD ist ein Hyperspektral-Mikrosatellitenprojekt. Er ist eine Kooperation zwischen dem Geophysik Department der University Centre in Svalbard (UNIS) von F. Sigernes und des Fachgebietes Raumfahrtgeräte und Anlagen von Udo Renner des Instituts für Luft und Raumfahrt der TU Berlin. Dabei stellt die UNIS den Hyperspektralen Imager und die TU Berlin den auf LAPAN-TUBSAT basierenden Satellitenbus.

Der Satellit dient der interaktiven hyperspektralen Erdbeobachtung, insbesondere der wissenschaftlichen Klassifikation von Strukturen und Zusammensetzungen, z. B. Eisklassifikationen für die norwegische Schifffahrt und der Ausbildung von Studenten an der UNIS und der TU Berlin. Der bereits entwickelte und in Flugzeugeinsätzen getestete, Sensor erlaubt die gleichzeitige Aufnahme von mehr als 200 Spektrallinien im Bereich von 450 bis 900 nm, bei einer Auflösung von 2–3 nm zwischen den Spektrallinien. Die Bodenauflösung (GSD) des optischen Systems mit 1000 mm Brennweiten ist 6 m, bei einer Orbithöhe von rund 680 km.

Ein End-to-End-Technologietest erfolgte an der TU Berlin mit dem Engineering Model des LAPAN-TUBSAT. Dabei wurde gezeigt, dass der Satellitenbus die nötige Lageregelungsgenauigkeit und Bandbreitenkapazität für die Nutzlastdaten besitzt und der Hyperspektralsensor die Daten ordnungsgemäß über den Satelliten an die Auswertungselektronik am Boden übergibt und dort die Klassifikation erfolgen konnte. Damit ist die Anwendbarkeit beider Technologien experimentell in vollem Umfang nachgewiesen worden, so dass nur noch die Finanzierung des Systems fehlt.

Derzeit ist das Projekt in der Genehmigungsphase bei der norwegischen Raumfahrtagentur und dem norwegischen Forschungsministerium. Es ist eines von fünf Projekten, aus denen zwei ausgesucht werden sollen. Eine Entscheidung ist in Mitte 2006 geplant. Im Falle einer Finanzierung des Projektes kann der Satellit eineinhalb Jahre nach Programmbeginn gestartet werden, typischerweise als Sekundärnutzlast z. B. mit PSLV.

Für den Betrieb des Satelliten ist für den Nutzlastdatenempfang eine Zusammenarbeit mit SVALSAT geplant. Der eigentliche Betrieb des Satelliten soll über die TUBSAT-Bodenstation an der UNIS in Longyearbyen erfolgen.

Technische Daten

  • Quader mit ca. 45 × 45 × 27 cm
  • 60 kg
  • 4 Solarpanele mit je 35 Siliziumzellen, max. 14 W
  • 5 NiH2-Batteriezellen mit 12 Ah und 11,5 V Nominalspannung
  • UHF TT&C Strecke mit 437,325 MHz und 1200 Baud
  • S-Band-Nutzlastkommunikation mit 2,220 GHz
  • Attitude Control System (ACS):
    • 3 Reaktionsrädern
    • 3 Laserkreiseln
    • 3 Magnetspulen
    • 2 Coarse Sun Sensor
    • 1 CMOS-Sternensensor
  • On Bord Data Handling System (OBDH):
    • 38,4 kbps RS 232 und 422 Interfaces
    • 524 kB externer RAM
    • 524 kB EEPROM
    • 16 kB ROM mit grundlegendem Betriebssystem
  • Nutzlast:
    • 1 Hyperspektralimager mit 6 m GSD, 450 bis 900 nm, 200+ Spektrallinien
    • 1 CCD Color-Videokamera mit 200 m GSD

Siehe auch

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