STS-79

STS-79

Missionsemblem
Missionsemblem STS-79
Missionsdaten
Mission: STS-79
NSSDC ID: 1996-057A
Space Shuttle: Atlantis OV-104
Besatzung: 6
Start: 16. September 1996, 08:54:49 UTC
Startplatz: Kennedy Space Center, LC-39A
Raumstation: Mir
Angekoppelt an Mir: 19. September 1996, 03:13:18 UTC
Abgekoppelt von Mir: 24. September 1996, 01:31:34 UTC
Dauer auf Mir: 4d 22h 18m 16s
Landung: 26. September 1996, 12:13:13 UTC
Landeplatz: Kennedy Space Center, Bahn 15
Flugdauer: 10d 3h 18m 24s
Erdumkreisungen: 160
Umlaufzeit: 92,1 min
Bahnneigung: 51,6°
Apogäum: 385 km
Perigäum: 375 km
Zurückgelegte Strecke: 6,3 Mio. km
Mannschaftsfoto
 v.l.n.r. hinten: Shannon Lucid, John Blahavorne: Jay Apt, Terrence Wilcutt, William Readdy, Thomas Akers, Carl Walz
v.l.n.r. hinten: Shannon Lucid, John Blaha
vorne: Jay Apt, Terrence Wilcutt, William Readdy, Thomas Akers, Carl Walz
Navigation
Vorherige
Mission:
STS-78
Nachfolgende
Mission:
STS-80

STS-79 (englisch Space Transportation System) ist eine Missionsbezeichnung für den US-amerikanischen Space Shuttle Atlantis (OV-104) der NASA. Der Start erfolgte am 16. September 1996. Es war die 79. Space-Shuttle-Mission und der 17. Flug der Raumfähre Atlantis, der sechste Flug im Rahmen des Shuttle-Mir-Programms und die vierte Kopplung des Shuttle an die Raumstation Mir.

Mannschaft

Shuttle-Besatzung

Mir-Crew Hinflug

Ersatz

Mir-Crew Rückflug

(nach einer Flugzeit von 188 Tagen, 4 Stunden und 0 Minuten zur Erde zurückgekehrt; Hinflug mit STS-76)

Missionsbeschreibung

Rollout der Atlantis

Der vierte Flug einer Raumfähre zur Raumstation Mir diente in erster Linie dem Transport von 2,3 Tonnen Material zur Station. Außerdem wurde Shannon Lucid nach einem halben Jahr im All von ihrem Kollegen John Blaha abgelöst. Einige Experimente im Spacehab komplettierten das Arbeitsprogramm der Besatzung.

Am dritten Flugtag dockte die Atlantis an das Kopplungsmodul der russischen Raumstation an. Danach wurden Wasserkanister, Nahrungsmittel, Bekleidung, Ausrüstungsgegenstände und amerikanische Experimente in die Station gebracht. Zur Erde zurückgebracht wurden vor allem Proben verschiedener Experimente und ausgediente Geräte. Erstmals waren alle zu transportierenden Gegenstände mit einem Strichcode versehen. Dadurch konnte genau erfasst werden, welche Materialien bereits in die Raumstation gebracht worden waren (Inventory Management System). Dazu gehörten auch die Experimente BioTechnology System zur Untersuchung des Wachstums von Knorpelzellen, Commercial Generic Bioprocessing Apparatus zur Beobachtung von Wachstumsprozessen bei Pflanzen und Materials in Devices as Superconductors zur Untersuchung von Hochtemperatursupraleitern. Alle Systeme wurden im neuen Stationsmodul Priroda untergebracht. Während des gemeinsamen Fluges wurden mehrere Triebwerkszündungen vorgenommen, um ein System zu testen, mit dem empfindliche Experimente vor äußeren Kräften geschützt werden sollen (Active Rack Isolation System ARIS). Dabei werden vor allem Schwingungen mit niedrigen Frequenzen von 0,003 bis 300 Hertz gedämpft. Gleichzeitig wurde erfasst, wie sich die Kräfte auf die Stabilität des gesamten Komplexes Mir/Shuttle auswirken. Außerdem wurden mit einer speziellen IMAX-Filmkamera hochauflösende Aufnahmen der Einrichtungen der Station und des Space Shuttle gemacht.

An Bord der Atlantis wurden verschiedene wissenschaftliche Experimente vorgenommen. So wurde untersucht, wie Risse und Sprünge in gegossenen oder gesinterten Metallen entstehen (Extreme Temperature Translation Furnace). Außerdem wurden Proteinkristalle hergestellt, die als Medikamente gegen asthmatische und allergene Erkrankungen eingesetzt werden sollen (Commercial Protein Crystal Growth). Weitere Untersuchungen galten der mechanischen Festigkeit und Steifigkeit von Granulaten (Mechanics of Granular Materials), der Störung von Funkübertragungen durch Interferenzen (Mir Electric Field Characterization) und der Ermittlung der Strahlenbelastung sowie deren Auswirkungen auf Colibakterien und Plasmid-DNA (Real-time Radiation Monitoring Device).

Pressekonferenzen und Kontakte mit Funkamateuren lockerten den Alltag ein wenig auf. Die Atlantis landete auf dem Gelände des Kennedy Space Centers in Florida.

Siehe auch

Weblinks

 <Lang> Commons: STS-79 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


05.08.2021
Exoplanet mit lediglich der halben Masse der Venus aufgespürt
Eine Gruppe von Astronomen hat mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile neue Erkenntnisse über Planeten um den nahen Stern L 98-59 gewonnen, die denen des inneren Sonnensystems ähneln.
05.08.2021
Superflares: für Exoplaneten weniger gefährlich als gedacht
Superflares, extreme Strahlungsausbrüche von Sternen, standen bisher im Verdacht, den Atmosphären und damit der Habitabilität von Exoplaneten nachhaltig zu schaden.
05.08.2021
„Spin“ einer Nanoschallwelle erstmals in Echtzeit nachgewiesen
Einem deutsch-amerikanischen Forscherteam ist es gelungen, die rollende Bewegung einer Nanoschallwelle nachzuweisen. Diese hatter der Physiker und Nobelpreisträger Lord Rayleigh 1885 vorhergesagt.
31.07.2021
Wasserdampf-Atmosphäre auf dem Jupitermond Ganymed
Internationales Team entdeckt eine Wasserdampfatmosphäre auf der sonnenzugewandten Seite des Mondes Jupiter-Mondes Ganymed. Die Beobachtungen wurden mit Hubble-Teleskop gemacht.
31.07.2021
Der Quantenkühlschrank
An der TU Wien wurde ein völlig neues Kühlkonzept erfunden. Computersimulationen zeigen, wie man Quantenfelder verwenden könnte, um Tieftemperatur-Rekorde zu brechen.
31.07.2021
Warum Bierdeckel nicht geradeaus fliegen
Wer schon einmal daran gescheitert ist, einen Bierdeckel in einen Hut zu werfen, sollte nun aufhorchen: Physiker der Universität Bonn haben herausgefunden, warum diese Aufgabe so schwierig ist.
27.07.2021
Topologie in der Biologie
Ein aus Quantensystemen bekanntes Phänomen wurde nun auch im Zusammenhang mit biologischen Systemen beschrieben: In einer neuen Studie zeigen Forscher dass der Begriff des topologischen Schutzes auch für biochemische Netzwerke gelten kann.
26.07.2021
Nadel im Heuhaufen: Planetarische Nebel in entfernten Galaxien
Mit Daten des Instruments MUSE gelang Forschern die Detektion von extrem lichtschwachen planetarischen Nebeln in weit entfernten Galaxien.
26.07.2021
Langperiodische Schwingungen der Sonne entdeckt
Ein Forschungsteam hat globale Schwingungen der Sonne mit sehr langen Perioden, vergleichbar mit der 27-tägigen Rotationsperiode der Sonne, entdeckt.
26.07.2021
Ein Stoff, zwei Flüssigkeiten: Wasser
Wasser verdankt seine besonderen Eigenschaften möglicherweise der Tatsache, dass es aus zwei verschiedenen Flüssigkeiten besteht.
26.07.2021
Ins dunkle Herz von Centaurus A
Ein internationales Forscherteam hat das Herz der nahegelegenen Radiogalaxie Centaurus A in vorher nicht erreichter Genauigkeit abgebildet.
26.07.2021
Ein möglicher neuer Indikator für die Entstehung von Exoplaneten
Ein internationales Team von Astronomen hat als erstes weltweit Isotope in der Atmosphäre eines Exoplaneten nachgewiesen.
26.07.2021
Auf dem Weg zur Supernova – tränenförmiges Sternsystem offenbart sein Schicksal
Astronomen ist die seltene Sichtung zweier Sterne gelungen, die spiralförmig ihrem Ende zusteuern, indem sie die verräterischen Zeichen eines tränenförmigen Sterns bemerkten.
26.07.2021
Quantenteilchen: Gezogen und gequetscht
Seit kurzem ist es im Labor möglich, die Bewegung schwebender Nanoteilchen in den quantenmechanischen Grundzustand zu versetzen.
26.07.2021
Ein Kristall aus Elektronen
Forschenden der ETH Zürich ist die Beobachtung eines Kristalls gelungen, der nur aus Elektronen besteht. Solche Wigner-​Kristalle wurden bereits vor fast neunzig Jahren vorhergesagt, konnten aber erst jetzt direkt in einem Halbleitermaterial beobachtet werden.
26.07.2021
Neue Erkenntnisse zur Entstehung des chaotischen Terrains auf dem Mars
Gebiete wie diese gibt es auf der Erde nicht: Sie sind durchzogen von Kratern, Rissen, Kämmen, Tälern, großen und kleinen eckigen Blöcken.
26.07.2021
Synthese unter Laserlicht
Eine Forschungsgruppe hat neue Methode zur Bildung von protoniertem Wasserstoff entdeckt. Mit starken Laserpulsen erzeugen Physiker des attoworld-Teams am Max-Planck-Instituts für Quantenoptik und der Ludwig-Maximilians-Universität München erstmals protonierten Wasserstoff an Nanooberflächen.
26.07.2021
Materiestraße im All lässt Galaxienhaufen wachsen
Vor einem halben Jahr meldeten Astronomen der Universität Bonn die Entdeckung eines extrem langen intergalaktischen Gasfadens mit dem Röntgenteleskop eROSITA.
26.07.2021
Kosmischer Treffpunkt für Galaxienhaufen
Was treibt Galaxien an, oder führt zu ganzen Ansammlungen von Galaxien – sogenannte Galaxienhaufen? Obwohl kosmologische Modelle und Simulationen diese Strukturen und die Rolle, die sie spielen könnten, vorausgesagt haben, ist die Bestätigung ihrer Existenz durch die Beobachtung mit dem Röntgen-Weltraumteleskop eROSITA ziemlich neu.
28.06.2021
Quantensimulation: Messung von Verschränkung vereinfacht
Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem bisher kaum zugängliche Größen in Quantensystemen messbar gemacht werden können.
28.06.2021
Exotische Supraleiter: Das Geheimnis, das keines ist
Wie reproduzierbar sind Messungen in der Festkörperphysik? Ein Forschungsteam analysierte wichtige Messungen neu. Sie fanden heraus: Ein angeblich sensationeller Effekt existiert gar nicht.
28.06.2021
Paradoxe Wellen: Gefangene Lichtteilchen auf dem Sprung
Physikern ist es gelungen, ein neuartiges Verhalten von Lichtwellen zu beobachten, bei welchem Licht durch eine neue Art von Unordnung auf kleinste Raumbereiche begrenzt wird.
28.06.2021
Isolatoren bringen Quantenbits zum Schwitzen
Schwachleitende oder nichtleitende Materialien haben Innsbrucker Physiker als wichtige Quelle für Störungen in Ionenfallen-Quantencomputern identifiziert.
23.06.2021
Fürs Rechenzentrum: bisher kompaktester Quantencomputer
Quantencomputer waren bislang Einzelanfertigungen, die ganze Forschungslabore füllten.
17.06.2021
Helligkeitseinbruch von Beteigeuze
Als der helle, orangefarbene Stern Beteigeuze im Sternbild Orion Ende 2019 und Anfang 2020 merklich dunkler wurde, war die Astronomie-Gemeinschaft verblüfft.