STS-131

STS-131

Missionsemblem
Missionsemblem
Missionsdaten
Mission: STS-131
NSSDC ID: 2010-012A
Space Shuttle: Discovery OV-103
Besatzung: 7
Start: 5. April 2010 um 10:21:22 UTC
Startplatz: Kennedy Space Center, LC-39A
Raumstation: ISS
Angekoppelt an ISS: 7. April 2010 um 07:44 UTC
Abgekoppelt von ISS: 17. April 2010 um 12:52 UTC
Dauer auf ISS: 10 d, 05 h, 08 min
Anzahl EVA: 3
Landung: 20. April 2010 um 13:08 UTC
Landeplatz: Kennedy Space Center, Landebahn 33
Flugdauer: 15d 2h 47min 10 s
Erdumkreisungen: 238
Bahnhöhe: 360 km
Bahnneigung: 51,6°
Zurückgelegte Strecke: 10,0 Mio km
Nutzlast: MPLM Leonardo
LMC mit Ammoniaktank
Mannschaftsfoto
v.l.n.r. Richard Mastracchio, Stephanie Wilson, James Dutton, Dorothy Metcalf-Lindenburger, Alan Poindexter, Naoko Yamazaki, Clayton Anderson
v.l.n.r. Richard Mastracchio, Stephanie Wilson, James Dutton, Dorothy Metcalf-Lindenburger, Alan Poindexter, Naoko Yamazaki, Clayton Anderson
Navigation
Vorherige
Mission:
STS-130
Nachfolgende
Mission:
STS-132

STS-131 (englisch Space Transportation System) ist die Missionsbezeichnung eines Raumflugs des US-amerikanischen Space Shuttle Discovery (OV 103) der NASA.

Der Start erfolgte am 5. April 2010 um 10:21:22 UTC.[1]

Mannschaft

Am 5. Dezember 2008 wurde die Mannschaft benannt.[2]

Dies war der letzte Flug eines Space Shuttles mit Weltraumneulingen.

STS-131 am 3. März 2010

Missionsüberblick

Bei der Mission STS-131 (ISS-19A) wurden das Logistikmodul Leonardo sowie der LMC-Träger genutzt, um Fracht zur ISS zu bringen. Darunter befand sich unter anderem ein Ammoniaktank, der mit STS-128 zur Erde zurückgeholt und nun wiederbefüllt zur Station zurückgebracht wurde. Im Rahmen von drei Weltraumausstiegen wurden der Austausch des Tanks sowie verschiedene Wartungsarbeiten an der Station durchgeführt.[3]

Missionsverlauf

Start, Rendezvous und Kopplung

Der Start der Discovery zur Mission STS-131 erfolgte im ersten Anlauf bei perfektem Wetter planmäßig am 5. April 2010 um 10:21 UTC. Durch den Start kurz vor Sonnenaufgang wurde das Shuttle schon bald nach dem Abheben von der Sonne angestrahlt. Kurz zuvor hatte die ISS den Startplatz überflogen. Gegen 13:15 UTC stellte sich nach dem Öffnen der Ladebuchtluke beim Ausklappen der Ku-Band-Antenne heraus, dass die Datenübertragung zu den TDRS nicht funktionierte. Dadurch stand für das Shuttle keine ausreichende Echtzeitübertragungmöglichkeit während der Inspektion des Hitzeschildes mithilfe des Orbiter Boom Sensor System zur Verfügung, die Daten wurden stattdessen an Bord der Discovery gespeichert.

Am dritten Flugtag erfolgten mittels einer 10-sekündigen Feuerung des linken OMS-Triebwerkes letzte Kurskorrekturen. Danach führte die Discovery das Rendezvous Pitch Maneuver aus, bei dem die Crew der ISS die Hitzeschutzkacheln fotografiert. Um 7:44 UTC dockte die Discovery trotz des Ausfalls des Radars erfolgreich an das ISS-Modul Harmony an, um 9:11 UTC wurden die Luken zwischen Station und Orbiter geöffnet. Direkt nach der Begrüßung der ISS-Crew wurde mit der Übertragung der Daten aus dem Rendezvous Pitch Maneuver und aus der Inspektion des Hitzeschutzschildes des Vortages an die NASA begonnen. Dazu wurde die intakte Ku-Band-Antenne der ISS benutzt.

Arbeiten an der ISS

Am vierten Flugtag hoben Stephanie Wilson und Naoko Yamazaki Leonardo mit dem Roboterarm der ISS (SSRMS) aus der Ladebucht der Discovery und dockten es an Harmony an. Etwa siebeneinhalb Stunden später wurden die Luken zwischen Leonardo und der ISS geöffnet und damit begonnen, die insgesamt acht Tonnen Fracht auszuladen. Rick Mastracchio und Clayton Anderson trafen Vorbereitungen für ihren Außenbordeinsatz am nächsten Flugtag, bei dem unter anderem ein neuer Ammoniaktank an die Station angebracht werden soll.

Am fünften Flugtag führten Rick Mastracchio und Clayton Anderson den ersten Außenbordeinsatz durch. Dabei wurde der neue Ammoniaktank mit dem Roboterarm der ISS aus der Nutzlastbucht der Discovery gehoben und an einer vorläufigen Position an der Trägerstruktur der ISS befestigt. Dieses Vorgehen ist nötig, da der SSRMS nicht von einer Basis aus sowohl die Nutzlastbucht als auch die endgültige Position erreichen kann, sondern die Basis wechseln muss, während sich der Tank auf der Zwischenposition befindet. Des Weiteren wurde ein Experiment von der Außenstruktur des japanischen Moduls Kibō entfernt und ein defektes Gyroskop des Navigationssystems der ISS ausgetauscht.

Am sechsten Flugtag wurde bekanntgegeben, dass die Mission um einen Tag verlängert wird. Dadurch ist genug Zeit vorhanden, um eine Untersuchung der Hitzeschutzkacheln vorzunehmen und die Daten zur Erde zu übertragen, während das Shuttle noch an der ISS angedockt ist. Durch die defekte Ku-Band-Antenne der Discovery ist es nötig, die Antenne der ISS zu benutzen. Es wurde weitere Fracht aus Leonardo in die Station transportiert, darunter die Window Observational Research Facility (WORF), die am gegen die Erde gerichteten Fenster des US-Moduls Destiny angebracht wurde. Rick Mastracchio und Clayton Anderson trafen Vorbereitungen für ihren nächsten Außenbordeinsatz, bei dem der neue Ammoniaktank an seine endgültige Position gebracht werden soll.

Rückkehr

Landung am 20. April 2010

Die ersten beiden Landemöglichkeiten am 19. April in den Orbits 222 und 223 um 12:48 UTC bzw. 14:23 UTC konnten wegen zu niedriger Wolken am KSC nicht genutzt werden. Auch die dritte Möglichkeit im Orbit 237 am 20. April um 11:33 UTC am KSC musste aufgrund von Regen- und Nebelrisiko abgesagt werden. Schließlich wurde die vierte Landemöglichkeit genutzt. Die Bremszündung erfolgte um 12:06 für eine Landung um 13:08 UTC am KSC.

Siehe auch

Weblinks

 <Lang> Commons: STS-131 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. NASA's Shuttle and Rocket Launch Schedule. NASA, 31. Juli 2009, abgerufen am 1. August 2009 (englisch).
  2. NASA Assigns Astronaut Crews for Future Space Shuttle Missions. NASA, 5. Dezember 2008, abgerufen am 7. Dezember 2008 (englisch).
  3. Chris Bergin: Downstream processing and planning – preparing the fleet through to STS-135. NASASpaceflight, 26. April 2009, abgerufen am 13. Oktober 2009 (englisch).

Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


03.03.2021
„Ausgestorbenes Atom“ lüftet Geheimnisse des Sonnensystems
Anhand des „ausgestorbenen Atoms“ Niob-92 konnten Forscherinnen Ereignisse im frühen Sonnensystem genauer datieren als zuvor.
03.03.2021
Nanoschallwellen versetzen künstliche Atome in Schwingung
Einem deutsch-polnischen Forscherteam ist es gelungen, gezielt Nanoschallwellen auf einzelne Lichtquanten zu übertragen.
03.03.2021
Nicht verlaufen! – Photonen unterwegs im dreidimensionalen Irrgarten
Wissenschaftlern ist es gelungen, dreidimensionale Netzwerke für Photonen zu entwickeln.
25.02.2021
Asteroidenstaub im „Dinosaurier-Killer-Krater“ gefunden
Ein internationales Forscherteam berichtet über die Entdeckung von Meteoriten-Staub in Bohrproben aus dem Chicxulub-Impaktkraters in Mexiko.
25.02.2021
Zwillingsatome: Eine Quelle für verschränkte Teilchen
Quanten-Kunststücke, die man bisher nur mit Photonen durchführen konnte, werden nun auch mit Atomen möglich. An der TU Wien konnte man quantenverschränkte Atomstrahlen herstellen.
23.02.2021
Auch in der Quantenwelt gilt ein Tempolimit
Auch in der Welt der kleinsten Teilchen mit ihren besonderen Regeln können die Dinge nicht unendlich schnell ablaufen.
23.02.2021
Erstes Neutrino von einem zerrissenen Stern
Ein geisterhaftes Elementarteilchen aus einem zerrissenen Stern hat ein internationales Forschungsteam auf die Spur eines gigantischen kosmischen Teilchenbeschleunigers gebracht.
23.02.2021
Unglaubliche Bilder vom Rover Perseverance auf dem Mars
21.02.2021
Schwarzes Loch in der Milchstraße massiver als angenommen
Ein internationales Team renommierter Astrophysikerinnen und -physiker hat neue Erkenntnisse über Cygnus X-1 gewonnen.
21.02.2021
Ultraschnelle Elektronendynamik in Raum und Zeit
In Lehrbüchern werden sie gerne als farbige Wolken dargestellt: Elektronenorbitale geben Auskunft über den Aufenthaltsort von Elektronen in Molekülen, wie eine unscharfe Momentaufnahme.
21.02.2021
Mit schwingenden Molekülen die Welleneigenschaften von Materie überprüfen
Forschende haben mit einem neuartigen, hochpräzisen laser-spektroskopischen Experiment die innere Schwingung des einfachsten Moleküls vermessen. Den Wellencharakter der Bewegung von Atomkernen konnten sie dabei mit bisher unerreichter Genauigkeit überprüfen.
21.02.2021
Quanten-Computing: Wenn Unwissenheit erwünscht ist
Quantentechnologien für Computer eröffnen neue Konzepte zur Wahrung der Privatsphäre von Ein- und Ausgabedaten einer Berechnung.
19.02.2021
Hochdruckexperimente liefern Einblick in Eisplaneten
Per Röntgenlicht hat ein internationales Forschungsteam einen Blick ins Innere ferner Eisplaneten gewonnen.
19.02.2021
Hochdruckexperimente liefern Einblick in Eisplaneten
Per Röntgenlicht hat ein internationales Forschungsteam einen Blick ins Innere ferner Eisplaneten gewonnen.
19.02.2021
Röntgen-Doppelblitze treiben Atomkerne an
Erstmals ist einem Forscherteam des Heidelberger Max-Planck-Instituts für Kernphysik die kohärente Kontrolle von Kernanregungen mit geeignet geformten Röntgenlicht gelungen.
19.02.2021
Ein autarkes Überleben auf dem Mars durch Bakterien
Führende Raumfahrtbehörden streben zukünftig astronautische Missionen zum Mars an, die für einen längeren Aufenthalt konzipiert sind.
17.02.2021
Dualer Charakter von Exzitonen im ultraschnellen Regime: atomartig oder festkörperartig?
Exzitonen sind Quasiteilchen, die Energie durch feste Stoffe transportieren können.
17.02.2021
Neuer Spektrograf sucht nach Super-Erden
Das astronomische Forschungsinstrument CRIRES+ soll Planeten außerhalb unseres Sonnensystems untersuchen.
12.02.2021
Eine neue Art Planeten zu bilden
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Zürich schlagen in Zusammenarbeit mit der Universität Cambridge eine neue Erklärung für die Häufigkeit von Exoplaneten mittlerer Masse vor.
10.02.2021
Optischer Schalter für Nanolicht
Forscherinnen und Forscher in Hamburg und den USA haben einen neuartigen Weg für die Programmierung eines Schichtkristalls entwickelt, der bahnbrechende Abbildungsfähigkeiten erzeugt.
10.02.2021
Weltweit erste Videoaufnahme eines Raum-Zeit-Kristalls gelungen
Einem Forschungsteam ist der Versuch gelungen, bei Raumtemperatur einen Mikrometer großen Raum-Zeit-Kristall aus Magnonen entstehen zu lassen. Mithilfe eines Rasterröntgenmikroskops an BESSY II konnten sie die periodische Magnetisierungsstruktur sogar filmen.
07.02.2021
Lang lebe die Supraleitung!
Supraleitung - die Fähigkeit eines Materials, elektrischen Strom verlustfrei zu übertragen - ist ein Quanteneffekt, der trotz jahrelanger Forschung noch immer auf tiefe Temperaturen be-schränkt ist.
05.02.2021
Quantensysteme lernen gemeinsames Rechnen
Quantencomputer besitzen heute einige wenige bis einige Dutzend Speicher- und Recheneinheiten, die sogenannten Qubits.
03.02.2021
SpaceX-Marsrakete explodiert bei Landung
02.02.2021
Wie kommen erdnahe Elektronen auf beinahe Lichtgeschwindigkeit?
Elektronen können in den Van-Allen-Strahlungsgürteln um unseren Planeten ultra-relativistische Energien erreichen und damit nahezu Lichtgeschwindigkeit.