Roter Horus

Roter Horus

Roter Horus in Hieroglyphen
Mittleres Reich
V28D2
D21
A40d
N37
r
G43K5S4

Neues Reich
D2
D21
d
N37
r
Z5
N14

Gr.-röm. Zeit
G5d
N37
D21
oder
G5G27

Hor-dscher(u) / Hor-descher(u)
Ḥr-dšr(w)
Roter Horus
Neues Reich
sbN14R15bp t
pt

Seba-iabti-pet
Sb3-j3btj-pt
Der östliche Stern des Himmels
Griechisch ΈΡΤΩΣΙ
Mars Hubble.jpg
Der Planet Mars als (Auge des) roten Horus

Roter Horus“ (mittelägyptisch Hor-dscheru, Hor-descheru) ist ein weiterer Name des altägyptischen Sonnengottes. In der ägyptischen Mythologie und altägyptischen Astronomie bezeichnete die Gottheit Roter Horus als Beiname des Sonnengottes den Planeten Mars als „lebenden Stern“ des Re.

Mythologische Verbindungen

Der Mars galt in der Vergangenheit als „Stern des Horus“, was jedoch aufgrund der Mythologie und der Erwähnungen im Nutbuch ausgeschlossen werden kann:

„Dieser Gott [...um] nicht zuzulassen, dass die Lehre zu ihr (Nut) gelangt. […] Das ist die Gestalt des Re, wenn er am Morgen aus dem Wasser aufgeht. Er ist der Falke […], der hervorkommt [aus dem] Nun, so sagt das Buch „Schutz des Schlafgemaches“.“

Nutbuch § 3, Fassung PC1[1]

Re ist als Falke auf der südöstlichen Seite der Himmelsgöttin Nut positioniert. Die Deutung der Aussage „Lehre, die nicht zu Nut gelangen darf“ bleibt unklar. Während des Sonnenaufgangs befindet sich Re aus mythologischer Sicht im Land Punt und übernimmt die Erscheinungsform des Re-Harachte.

Der Gott Harachte symbolisierte lange vor dem Neuen Reich den Planeten Mars. Diese Gleichsetzung erfährt in den Sargtexten des Mittleren Reichs eine frühe Umdeutung zu Hor-descheru, der das Auge dem Verstorbenen bringt.[2] Anschließend folgte für Horus im Horizont und Hor-descheru die Verknüpfung mit dem Sonnengott und damit eine Zuordnung zu Re-Harachte und Re.

In einem Text aus dem Neuen Reich (19.–20. Dynastie) heißt es: Harachte (ist) Hor-descheru, der Stern des östlichen Himmels, der rückwärts wandert, wobei der Name Harachte mit dem Determinativ des Sonnengottes[3] Re geschrieben ist.

Ikonografie

Ikonografisch war Re im Neuen Reich menschengestaltig mit Falkenkopf und in der Erscheinungsform des Horus als Re-Harachte-Atum zu sehen. Der Falkenkopf symbolisierte die Dauer des Sonnenauf- und Unterganges. Er zeigt Re als descherti (Blutiger) im Zustand des Gebärens von Nut kurz vor dem Erscheinen am Horizont beziehungsweise im Zustand des Sterbens nach dem Untergang unter den Horizont. In der griechisch-römischen Zeit ist Hor-descheru als Gott mit herabhängenden Armen dargestellt und befindet sich in einer Barke, wo er auf dem Kopf einen Stern trägt.

Siehe auch

  • Liste ägyptischer Götter

Literatur

  • Christian Leitz u. a.: Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen. (LGG), Band 5, Peeters, Leuven 2002, ISBN 90-429-1150-6, S. 296.
  • Alexandra von Lieven: Grundriss des Laufes der Sterne – Das sogenannte Nutbuch. The Carsten Niebuhr Institute of Ancient Eastern Studies (u. a.), Kopenhagen 2007, ISBN 978-87-635-0406-5.

Einzelnachweise

  1. Alexandra von Lieven: Grundriss des Laufes der Sterne. Kopenhagen 2007, S. 49–50.
  2. Coffin Texts (= Sarkophagtexte) CT VII: Iret-ni Hor-descheru.
  3. N5
    Z1

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