Jerome Isaac Friedman

Jerome Isaac Friedman

Jerome Isaac Friedman, 2016

Jerome Isaac Friedman (* 28. März 1930 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Physiker. 1990 erhielt er zusammen mit Richard E. Taylor und Henry W. Kendall den Nobelpreis für Physik für Experimente der tiefinelastischen Streuung von Elektronen an Protonen und Neutronen, ausgeführt Ende der 1960er Jahre. Diese lieferten die experimentelle Bestätigung des Quarkmodells, wonach die Kernteilchen aus punktförmigen kleineren Teilchen bestehen.

Friedman, der Sohn russischstämmiger Einwanderer, wollte zunächst Kunst studieren und hatte schon ein Stipendium, wechselte dann aber zur Physik, die er an der University of Chicago noch bei Enrico Fermi studierte (Masterabschluss 1953, Promotion 1956). 1957 schloss er sich wie Taylor und Kendall der Gruppe von Robert Hofstadter am Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) an, wo er auch mit Wolfgang Panofsky an der Entwicklung von Elektronenbeschleunigern partizipierte und später die Nobelpreis-gekrönten Arbeiten mit seinen beiden Kollegen Kendall und Taylor ausführte. Ab 1960 war er am Massachusetts Institute of Technology tätig, wo er 1980 Direktor des Labors für Kernphysik (Nuclear Studies) und von 1983 bis 1988 Leiter der Physikfakultät war.

1980 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen. 1989 erhielt er mit Kendall und Taylor den Panofsky-Preis.

Weblinks

 <Lang> Commons: Jerome Isaac Friedman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Informationen der Nobelstiftung zur Preisverleihung 1990 an Jerome I. Friedman (englisch)


Diese Artikel könnten dir auch gefallen


Die News der letzten 14 Tage 7 Meldungen

21.10.2021
Teilchenphysik
Auf der Jagd nach Hyperkernen
Mit dem WASA-Detektor wird bei GSI/FAIR gerade ein besonderes Instrument aufgebaut.
18.10.2021
Galaxien | Schwarze Löcher
Entwicklung von heißem Gas von einem aktiven Schwarzen Loch
Ein internationales Team hat zum ersten Mal die Entwicklung von heißem Gas beobachtet, das von einem aktiven Schwarzen Loch stammt.
15.10.2021
Elektrodynamik | Festkörperphysik
Ultraschneller Magnetismus
Magnetische Festkörper können mit einem Laserpuls entmagnetisiert werden.
16.10.2021
Planeten | Elektrodynamik | Thermodynamik
Neues von den ungewöhnlichen Magnetfeldern von Uranus und Neptun
Tausende Grad heißes Eis - Wie es bei millionenfachem Atmosphärendruck entsteht und warum dieses leitende superionische Eis bei der Erklärung der ungewöhnlichen Magnetfelder der Gasplaneten Uranus und Neptun hilft.
14.10.2021
Elektrodynamik | Quantenphysik
Exotische Magnetzustände in kleinster Dimension
Einem internationalen Forscherteam gelang es erstmals, Quanten-Spinketten aus Kohlenstoff zu bauen.
15.10.2021
Sterne
Magentische Kräfte der Sonne: schnellere geladene Teilchen beobachtet
Protuberanzen schweben als riesige Wolken über der Sonne, gehalten von einem Stützgerüst aus magnetischen Kraftlinien, deren Fußpunkte in tiefen Sonnenschichten verankert sind.
14.10.2021
Planeten | Sterne
Der Planet fällt nicht weit vom Stern
Ein Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung von Planeten und ihrem jeweiligen Wirtsstern wurde in der Astronomie schon lange vermutet.