Jan Táborský z Klokotské Hory

Jan Táborský z Klokotské Hory

Jan Táborský im 70. Lebensjahr
(Selbstbildnis)
Taborskys Wappen

Jan Táborský z Klokotské Hory auch Johann Taborsky aus Klokot oder Taborsky de Monte Klokotino (* 1500 bei Tábor; † Januar 1572 in Prag) war ein tschechischer Schreibmeister, Komponist, Astronom und Mechanikus.[1]

Leben

1500 wurde er bei oder direkt in Tábor geboren. Schon im Jahr 1519 besuchte er an der Karlsuniversität in Prag die Vorträge des Magister Pavel z Příbramě und lernte dabei Mathematik und die Astronomie.

1543 hat Táborský mit seiner ersten Frau Kateřina (Katharina) ein Haus in Prager Neustadt gekauft. 1548 zog er in die Prager Altstadt um, wo er später weitere Häuser kaufte. 1549 verwitwete er und heiratete wieder (auch Kateřina). Um 1550 wurde ihm ein Adelsprädikat „z Klokotské Hory“ und ein Wappen verliehen.

Er starb im Januar 1572 in Prag.

Werk

Hauptberuflich war Táborský Schreiber. Er war im Besitz einer Kalligraphischen Werkstatt in Prag, wo er alte Manuskripte, meistens Gesangbücher und Graduale, abschrieb. Es sind über 20 Gesangbücher bekannt, die er selbst komponiert und geschrieben hat. In dieser Zeit beschäftigte er zusätzlich drei weitere Schreiber.

Die bekannteste Gesangbücher

  • kancionál chrudimský (1530)
  • kancionál svatovítský I (1541)
  • kancionál svatovítský II (1551)
  • kancionál čáslavský (1557)

Horologist

Im Jahre 1551 wurde Táborský von dem Prager Stadtrat für die Wartung und Wiederherstellung des Werkes der Rathausuhr berufen.[2] Durch die Ausbildung und wie er selbst erzählte, „durch fortgesetzte Bemühungen und Beratungen mit einigen in der Astronomie und Mechanik Verständigen“, hatte er sich das nötige Wissen für die Reparatur und Wartung der Uhr angeeignet.

Manuskript

Im hohen alter verfasste er einen Bericht „Spráwa o orloji Pražském“ an den Bürgermeister und den Stadtrat, in welchem er das ganze Uhrwerk mit allen Einzelheiten beschreibt. Dieses Manuskript, eine der schönsten Tschechischen Handschriften aus dem 16. Jahrhundert, wurde im Jahre 1570 vollendet und enthält auch ein Selbstbildnis von Táborský.

Literatur

  • Constantin von Wurzbach: Taborsky von Ahornberg, Johann. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 43. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1881, S. 5 f. (Digitalisat).

Weblinks

 <Lang> Commons: Jan Táborský – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Josef Teige: Jan Táborský z Klokotské Hory a jeho Zpráva o orloji Staroměstském; Časopis spol. přátel starožitností českých; Jahrgang 9; Praha 1901 S.1-12 und S.65-69
  2. Zdeněk Horský; Emanuel Procházka: Pražský orloj; Acta historiae rerum naturalium nec non technicarum IX; Československá akademie věd; Praha 1964; S.84f

Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


23.06.2021
Fürs Rechenzentrum: bisher kompaktester Quantencomputer
Quantencomputer waren bislang Einzelanfertigungen, die ganze Forschungslabore füllten.
17.06.2021
Helligkeitseinbruch von Beteigeuze
Als der helle, orangefarbene Stern Beteigeuze im Sternbild Orion Ende 2019 und Anfang 2020 merklich dunkler wurde, war die Astronomie-Gemeinschaft verblüfft.
17.06.2021
Das Elektronenkarussell
Die Photoemission ist eine Eigenschaft unter anderem von Metallen, die Elektronen aussenden, wenn sie mit Licht bestrahlt werden.
17.06.2021
Ultrakurze Verzögerung
Trifft Licht auf Materie geht das an deren Elektronen nicht spurlos vorüber.
17.06.2021
Entdeckung der größten Rotationsbewegung im Universum
D
13.06.2021
Die Taktgeber der Sonne
Nicht nur der prägnante 11-Jahres-Zyklus, auch alle weiteren periodischen Aktivitätsschwankungen der Sonne können durch Anziehungskräfte der Planeten getaktet sein.
13.06.2021
Wenn Schwarze Löcher den Weg für die Sternentstehung in Satellitengalaxien freimachen
Eine Kombination von systematischen Beobachtungen mit kosmologischen Simulationen hat gezeigt, dass Schwarze Löcher überraschenderweise bestimmten Galaxien helfen können, neue Sterne zu bilden.
13.06.2021
Flüssiges Wasser auf Monden sternenloser Planeten
Monde sternenloser Planeten können eine Atmosphäre haben und flüssiges Wasser speichern. Münchner Astrophysiker haben berechnet, dass die Wassermenge ausreicht, um Leben auf diesen wandernden Mond-Planeten-Systemen zu ermöglichen und zu erhalten.
13.06.2021
Solar Orbiter: Neues vom ungewöhnlichen Magnetfeld der Venus
Solar Orbiter ist eine gemeinsame Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der NASA, die bahnbrechende neue Erkenntnisse über die Sonne liefern wird.
13.06.2021
Quantenbits aus Löchern
Wissenschafter haben ein neues und vielversprechendes Qubit gefunden – an einem Ort, an dem es nichts gibt.
07.06.2021
Gammablitz aus der kosmischen Nachbarschaft
Die hellsten Explosionen des Universums sind möglicherweise stärkere Teilchenbeschleuniger als gedacht: Das zeigt eine außergewöhnlich detaillierte Beobachtung eines solchen kosmischen Gammastrahlungsblitzes.
31.05.2021
Verblüffendes Quantenexperiment wirft Fragen auf
Quantensysteme gelten als äußerst fragil: Schon kleinste Wechselwirkungen mit der Umgebung können zur Folge haben, dass die empfindlichen Quanteneffekte verloren gehen.
31.05.2021
Symmetrie befördert Auslöschung
Physiker aus Innsbruck zeigen in einem aktuellen Experiment, dass auch die Interferenz von nur teilweise ununterscheidbaren Quantenteilchen zu einer Auslöschung führen kann.
31.05.2021
Wie Wasser auf Eisplaneten den felsigen Untergrund auslaugt
Laborexperimente erlauben Einblicke in die Prozesse unter den extremen Druck- und Temperatur-Bedingungen ferner Welten. Fragestellung: Was passiert unter der Oberfläche von Eisplaneten?
31.05.2021
Neues Quantenmaterial entdeckt
Auf eine überraschende Form von „Quantenkritikalität“ stieß ein Forschungsteam der TU Wien gemeinsam mit US-Forschungsinstituten. Das könnte zu einem Design-Konzept für neue Materialien führen.
27.05.2021
Wenden bei Höchstgeschwindigkeit
Physiker:innen beobachten neuartige Lichtemission. und zwar wenn Elektronen in topologischen Isolatoren ihre Bewegungsrichtung abrupt umdrehen.
27.05.2021
Mit Klang die Geschichte der frühen Milchstraße erkunden
Einem Team von Astronominnen und Astronomen ist es gelungen, einige der ältesten Sterne in unserer Galaxie mit noch nie dagewesener Präzision zu datieren.
11.05.2021
Teleskop zur Erforschung von Objekten höchster Dichte im Universum
Eine internationale Gruppe von Astronomen hat erste Ergebnisse eines groß angelegten Programms vorgestellt, bei dem Beobachtungen mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop dazu verwendet werden, die Theorien von Einstein mit noch nie dagewesener Genauigkeit zu testen.
11.05.2021
Quantencomputing einfach erklärt
„Quantencomputing kompakt“ lautet der Titel eines aktuellen Buchs, das Bettina Just veröffentlicht hat. Die Mathematikerin und Informatikerin, die an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) lehrt und forscht, behandelt darin ein Teilgebiet der Informationstechnik mit großem Entwicklungspotenzial.
11.05.2021
Auf dem Weg zum kleinstmöglichen Laser
Bei extrem niedrigen Temperaturen verhält sich Materie oft anders als gewohnt.
07.05.2021
Die Entdeckung von acht neuen Millisekunden-Pulsaren
Eine Gruppe von Astronomen hat mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop acht Millisekunden-Pulsare entdeckt, die sich in Kugelsternhaufen mit hoher Sterndichte befinden.
04.05.2021
Handfeste Hinweise auf neue Physik
Das Fermilab (USA) hat heute erste Daten aus dem Myon g-2 Experiment veröffentlicht, welche die Messwerte des gleichnamigen, 2001 durchgeführten Experiments am Brookhaven National Laboratory bestätigen.
04.05.2021
Neuer Exoplanet um jungen sonnenähnlichen Stern entdeckt
Astronomen aus den Niederlanden, Belgien, Chile, den USA und Deutschland bilden neu entdeckten Exoplaneten „YSES 2b“ direkt neben seinem Mutterstern ab.
07.04.2021
Myon g-2: Kleines Teilchen mit großer Wirkung
Das Myon g-2-Experiment des Fermilab in den USA steht vor einem Sensationsmoment, der die Geschichte der Teilchenphysik neu schreiben könnte. Und vielleicht sogar Hinweise auf noch unbekannte Teilchen im Universum gibt.
02.04.2021
Zwei merkwürdige Planeten
Uranus und Neptun habe beide ein völlig schiefes Magnetfeld.