Isobar (Kernphysik)

Isobar (Kernphysik)

Isobare (von altgriechisch ἴσος isos, deutsch ‚gleich‘ und βαρύς barýs, deutsch ‚schwer‘) sind Nuklide zweier unterschiedlicher chemischer Elemente, also von unterschiedlicher Kernladungszahl, deren Atomkerne die gleiche Anzahl von Nukleonen (gleiche Massenzahl) haben.[1] Das bedeutet, sie haben unterschiedlich viele Protonen und entsprechend auch unterschiedlich viele Neutronen.[1]

Unterscheidet sich die Ordnungszahl zweier Isobare nur um 1, so ist stets eines dieser Nuklide radioaktiv (Mattauchsche Isobarenregel).[1][2]

Beispiele

  • 14C und 14N
  • 17N, 17O und 17F

Ein Spezialfall der Isobare sind die so genannten Spiegelkerne.[1]

Isobarenmarkierung

Die Isobarenmarkierung (englisch isobaric labeling) ist eine quantitative massenspektrometrische Methode.[3][4] Die zu untersuchenden Moleküle werden dabei mit unterschiedlichen Markierungen versehen,[4] die zwar isobar sind (die gleiche Ausgangsmasse besitzen), jedoch im Tandem-Massenspektrometer unterschiedlich schwere und somit unterscheidbare Fragmente (genauer Reporterionen) ergeben. Es gibt zwei kommerziell verfügbare Isobarenmarkierungen, Tandem Mass Tags (TMT)[3] und iTRAQ.[4] TMT existiert als Duplex oder 6-plex,[5] während iTRAQ als 4-plex oder 8-plex verfügbar ist.[6]

Literatur

  • Povh, Rith, Scholz, Zetsche: Teilchen und Kerne, Springer, 4. Auflage 1997, ISBN 3-540-61737-X

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Jürgen Falbe, Manfred Regitz (Hrsg.): RÖMPP. Lexikon. Chemie H–L. 10. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1997, ISBN 3-13-734810-2, S. 1995.
  2. J. Mattauch: Zur Systematik der Isotopen. In: Zeitschrift für Physik. Band 91, Nr. 5–6, 1934, S. 361–371 (doi:10.1007/BF01342557).
  3. 3,0 3,1 Thompson A, Schäfer J, Kuhn K et al.: Tandem mass tags: a novel quantification strategy for comparative analysis of complex protein mixtures by MS/MS. In: Anal. Chem.. 75, Nr. 8, 2003, S. 1895–904. doi:10.1021/ac0262560. PMID 12713048.
  4. 4,0 4,1 4,2 Ross PL, Huang YN, Marchese JN, Williamson B, Parker K, Hattan S, Khainovski N, Pillai S, Dey S, Daniels S, Purkayastha S, Juhasz P, Martin S, Bartlet-Jones M, He F, Jacobson A, Pappin DJ: Multiplexed protein quantitation in Saccharomyces cerevisiae using amine-reactive isobaric tagging reagents. In: Mol. Cell. Proteomics. 3, Nr. 12, 2004, S. 1154–1169. doi:10.1074/mcp.M400129-MCP200. PMID 15385600.
  5. Dayon L, Hainard A, Licker V, Turck N, Kuhn K, Hochstrasser DF, Burkhard PR, Sanchez JC: Relative quantification of proteins in human cerebrospinal fluids by MS/MS using 6-plex isobaric tags. In: Anal. Chem.. 80, Nr. 8, 2008, S. 2921–31. doi:10.1021/ac702422x. PMID 18312001.
  6. Choe L, D'Ascenzo M, Relkin NR, Pappin D, Ross P, Williamson B, Guertin S, Pribil P, Lee KH: 8-plex quantitation of changes in cerebrospinal fluid protein expression in subjects undergoing intravenous immunoglobulin treatment for Alzheimer's disease. In: Proteomics. 7, Nr. 20, 2007, S. 3651–60. doi:10.1002/pmic.200700316. PMID 17880003.


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