Gustav Peter Bucky

Gustav Peter Bucky

Gustav Peter Bucky (* 3. September 1880 in Leipzig; † 19. Februar 1963 in New York) war ein Radiologe, Physiker, Wissenschaftler und der Erfinder der nach ihm benannten Bucky-Blende an Röntgengeräten.

Leben

Bucky besuchte von Ostern 1892 bis Ostern 1901 das König-Albert-Gymnasium seiner Vaterstadt, das er mit dem Reifezeugnis verließ.[1] Anschließend studierte er an der Universität Genf zunächst physikalische Fächer. Ab 1902 studierte er an der Universität Leipzig auf Wunsch seiner Eltern Medizin und schloss 1906 mit dem Staatsexamen ab. 1908 trat er in das angesehene Röntgen-Zentralinstitut des Rudolf-Virchow-Krankenhauses in Berlin ein und machte sich 1910 als Spezialarzt für Röntgenologie selbständig. Es folgten weitere Anstellungen als Leitender Arzt in Krankenhäusern und Feldlazaretten und Universitätskliniken in Berlin. 1923 wanderte Bucky in die USA aus, wo er 1929 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Er war bis 1930 in verschiedenen New Yorker Kliniken tätig und forschte nebenbei wissenschaftlich in seinem Privatinstitut. Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte er aber weiterhin in deutscher Sprache und hielt auch weiter Fachvorträge in Deutschland. 1930 kehrte er nach Berlin zurück und übernahm dort die Leitung des Röntgeninstituts am Rudolf-Virchow-Krankenhaus. 1933 legte Bucky seine Ämter in Deutschland nieder und kehrte zurück nach New York. Er praktizierte und forschte weiter als Professor in verschiedenen radiologischen Einrichtungen und Universitäten.

Besonderen Ruhm gewann Bucky durch seine Erfindung der Bucky-Blende, eines Streustrahlenrasters, welches unerwünschte Nebenstrahlung ausfiltert und die Abbildungsschärfe des Röntgenbildes erheblich erhöht. Die Arbeiten hierzu begann Bucky im Jahre 1908. 1913 berichtete Bucky auf dem Berliner Kongress der Deutschen Röntgensellschaft über seine Ergebnisse, allerdings ohne nennenswertes Echo. 1915 ließ er seine Erfindung in den USA patentieren. Dort wurde sie aufgegriffen, in die Praxis umgesetzt und von Hollis Elmer Potter weiterentwickelt. Weitere wissenschaftliche Beiträge Buckys zur Röntgentechnik befassten sich mit der Siederöhre, der Grenzstrahlenröhre, dem Bucky-Tisch (einem flexibel verstellbaren Röntgentisch), der Oberflächentherapie, der Dosimetrie, dem Strahlenschutz, sowie der Diathermie und Fotografie mit automatischer Belichtungsmessung. Sein Augenmerk galt aber stets der Anwendung der Röntgenstrahlen in der Medizin.

Gustav Bucky war verheiratet mit Frieda, geb. Sarasohn (1882–1974), die sich dann in den USA Frida Sarsen-Bucky nannte und vor allem durch die Komposition von Kinderliedern bekannt wurde. Ihr Sohn war Peter A. Bucky (1912–1997), der auch Radiologe war, aber vor allem durch sein Buch The Private Albert Einstein bekannt wurde, worin er die Freundschaft seines Vaters mit Albert Einstein und auch seine Gespräche und Begegnungen mit Einstein beschrieb.

Schriften

  • Gustav Bucky: Anleitung zur Diathermiebehandlung. Urban & Schwarzenberg, Berlin, Wien 1921
  • Gustav Bucky: Die Röntgenstrahlen und ihre Anwendung. Verlag Teubner, Leipzig 1918
  • Gustav Bucky, Otto Glasser, Olga Becker-Manheimer: Grenzstrahltherapie. Verlag S. Hirzel, Leipzig 1928
  • Gustav Bucky, August Becker, Max Brenzinger: Lehrbuch der Strahlentherapie. Verlag Teubner, Leipzig 1924

Literatur

  • Karin Bormacher: Gustav Bucky (1880-1963) - Biobibliogrophie eines Röntgenologen und Erfinders. Diss. Freie Universität Berlin, 1967.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. König Albert-Gymnasium (bis 1900 Königliches Gymnasium) in Leipzig: Schüler-Album 1880-1904/05, Friedrich Gröber, Leipzig 1905

Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


11.05.2021
Teleskop zur Erforschung von Objekten höchster Dichte im Universum
Eine internationale Gruppe von Astronomen hat erste Ergebnisse eines groß angelegten Programms vorgestellt, bei dem Beobachtungen mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop dazu verwendet werden, die Theorien von Einstein mit noch nie dagewesener Genauigkeit zu testen.
11.05.2021
Quantencomputing einfach erklärt
„Quantencomputing kompakt“ lautet der Titel eines aktuellen Buchs, das Bettina Just veröffentlicht hat. Die Mathematikerin und Informatikerin, die an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) lehrt und forscht, behandelt darin ein Teilgebiet der Informationstechnik mit großem Entwicklungspotenzial.
11.05.2021
Auf dem Weg zum kleinstmöglichen Laser
Bei extrem niedrigen Temperaturen verhält sich Materie oft anders als gewohnt.
07.05.2021
Die Entdeckung von acht neuen Millisekunden-Pulsaren
Eine Gruppe von Astronomen hat mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop acht Millisekunden-Pulsare entdeckt, die sich in Kugelsternhaufen mit hoher Sterndichte befinden.
04.05.2021
Handfeste Hinweise auf neue Physik
Das Fermilab (USA) hat heute erste Daten aus dem Myon g-2 Experiment veröffentlicht, welche die Messwerte des gleichnamigen, 2001 durchgeführten Experiments am Brookhaven National Laboratory bestätigen.
04.05.2021
Neuer Exoplanet um jungen sonnenähnlichen Stern entdeckt
Astronomen aus den Niederlanden, Belgien, Chile, den USA und Deutschland bilden neu entdeckten Exoplaneten „YSES 2b“ direkt neben seinem Mutterstern ab.
07.04.2021
Myon g-2: Kleines Teilchen mit großer Wirkung
Das Myon g-2-Experiment des Fermilab in den USA steht vor einem Sensationsmoment, der die Geschichte der Teilchenphysik neu schreiben könnte. Und vielleicht sogar Hinweise auf noch unbekannte Teilchen im Universum gibt.
02.04.2021
Zwei merkwürdige Planeten
Uranus und Neptun habe beide ein völlig schiefes Magnetfeld.
02.04.2021
Der erste interstellare Komet könnte der ursprünglichste sein, der je gefunden wurde
Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) deuten darauf hin, dass der abtrünnige Komet 2I/Borisov einer der ursprünglichsten ist, die je beobachtet wurden.
02.04.2021
Erstmals Atominterferometer im Weltraum demonstriert
Atominterferometer erlauben hochpräzise Messungen, indem sie den Wellencharakter von Atomen nutzen. Sie werden zum Beispiel für die Vermessung des Schwerefelds der Erde eingesetzt oder um Gravitationswellen aufzuspüren. Weitere Raketenmissionen sollen folgen.
02.04.2021
Sendungsverfolgung für eine Quantenpost
Quantenkommunikation ist abhörsicher, aber bislang nicht besonders effizient.
25.03.2021
Astronomen bilden Magnetfelder am Rand des Schwarzen Lochs von M 87 ab
Ein neuer Blick auf das massereiche Objekt im Zentrum der Galaxie M 87 zeigt das Erscheinungsbild in polarisierter Radiostrahlung.
24.03.2021
Die frühesten Strukturen des Universums
Das extrem junge Universum kann nicht direkt beobachtet werden, lässt sich aber mithilfe mathematischer Theorien rekonstruieren.
24.03.2021
Können Sternhaufen Teilchen höher beschleunigen als Supernovae?
Ein internationales Forschungsteam hat zum ersten Mal gezeigt, dass hochenergetische kosmische Strahlung in der Umgebung massereicher Sterne erzeugt wird. Neue Hinweise gefunden, wie kosmische Strahlung entsteht.
24.03.2021
Neue Resultate stellen physikalische Gesetze in Frage
Forschende der UZH und des CERN haben neue verblüffende Ergebnisse veröffentlicht.
21.03.2021
Elektronen eingegipst
Eine scheinbar einfache Wechselwirkung zwischen Elektronen kann in einem extremen Vielteilchenproblem zu verblüffenden Korrelationen führen.
21.03.2021
Chromatischer Lichtteilcheneffekt für die Entwicklung photonischer Quantennetzwerke enthüllt
Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Anwendungen der Quanteninformationsverarbeitung. In einem Schlüsselexperiment ist es gelungen, die bislang definierten Grenzen für Photonenanwendungen zu überschreiten.
18.03.2021
Stratosphärische Winde auf Jupiter erstmals gemessen
Mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) hat ein Team von Astronomen zum ersten Mal die Winde in der mittleren Atmosphäre des Jupiters direkt gemessen.
18.03.2021
Was Gravitationswellen über Dunkle Materie verraten
Die NANOGrav-Kollaboration hat kürzlich erste Hinweise auf sehr niederfrequente Gravitationswellen beobachtet.
18.03.2021
Filamente des kosmischen Netzwerks entdeckt
Einem internationalen Team von Astronominnen und Astronomen gelang zum ersten Mal die direkte Kartierung kosmischer Filamente im jungen Universum, weniger als zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall. Die Beobachtungen zeigen sehr leuchtschwache Galaxien, und geben Hinweise auf deren Vorfahren.
18.03.2021
Blaupausen für das Fusionskraftwerk
Am 21 März 1991 erzeugte die Experimentieranlage ASDEX Upgrade im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching das erste Plasma.
12.03.2021
Was die reflektierte Strahlung von Exoplaneten verraten könnte
Als 1995 der erste Planet außerhalb unseres Sonnensystems gefunden wurde, war das eine Sensation, die später mit dem Physik-Nobelpreis gewürdigt wurde.
12.03.2021
Theoretische Lösung für Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit
Wenn Reisen zu fernen Sternen innerhalb der Lebenszeit eines Menschen möglich sein sollen, muss ein Antrieb gefunden werden, der schneller als Lichtgeschwindigkeit ist.
12.03.2021
Quantenkontrolle mit Fernbedienung
Quantentechnologien basieren auf der präzisen Kontrolle des Zustands und der Wechselwirkung einzelner Quantenteilchen.
12.03.2021
Wie Gesteine die Bewohnbarkeit von Exoplaneten beeinflussen
Die Verwitterung von Silikatgesteinen trägt massgeblich dazu bei, dass auf der Erde ein gemässigtes Klima herrscht.