Großer Hund

Großer Hund

Dieser Artikel erläutert das Sternbild. Eine Beschreibung des Begriffs im Zusammenhang mit Hundegesetzen findet sich unter Großer Hund (Recht).
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Sternbild
Großer Hund
Legende
Canis major constellation map.png
Karte des Sternbilds Großer Hund
Lateinischer Name Canis Major
Lateinischer Genitiv Canis Majoris
Kürzel CMa
Rektaszension 611366h 11m 36s bis 727547h 27m 54s
Deklination 1668498−33° 15′ 02″ bis 1889851−11° 01′ 49″
Fläche 380 deg²
Rang 43
Voll­stän­dig sicht­bar 57° Nord bis 90° Süd
Beob­achtungs­zeit für Mittel­europa Winter
Anzahl der Sterne heller als 3 mag 5
Hellster Stern (Größe) Sirius (−1,44)
Meteorströme
Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)
Quellen IAU,
Das Sternbild Großer Hund, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann
Datei:CMa bode.jpg
Stich des Sternbildes Großer Hund

Das Sternbild Großer Hund (lateinisch / fachsprachlich Canis Majorgrößerer Hund) liegt gut sichtbar südlich des Himmelsäquators und südöstlich des markanten Orion.

Beschreibung

Die drei Sterne des Oriongürtels zeigen direkt auf Sirius, den hellsten Stern am Nachthimmel, der auch den südlichsten Eckpunkt des Wintersechsecks markiert. Von Mitteleuropa aus steht der Große Hund im Winter tief über dem Südhorizont. Durch den westlichen Teil des Sternbildes zieht sich das sternreiche Band der Milchstraße, daher können im Großen Hund einige interessante Sternhaufen beobachtet werden. Bereits in Helsinki oder Stockholm ist der südlichste Teil des Großen Hundes nicht mehr sichtbar.

Mythologie und Geschichte

Der Große Hund gehört zu den 48 Sternbildern der antiken griechischen Astronomie, die bereits von Ptolemäus beschrieben wurden.

Schriftliche Bezeugungen des Sternbilds sind sehr alt. Bereits die Babylonier sahen in ihm einen Hund, der den Jäger Orion begleitete.[1] Die alten Ägypter sahen dagegen in dem Sternbild ihre Göttin Isis oder auch den Gott Anubis.[2] Die Griechen identifizierten ihn mit dem Hund der Aurora, der schneller als alle anderen gewesen sein soll und ordneten ihn ebenfalls als Jagdhund dem Orion zu.

Der helle Stern Sirius hatte seit je her bei allen Kulturen eine besondere Bedeutung. Zu Zeiten der Pharaonen kündigte sein Aufgang ab ca. 2000 v. Chr. am Morgenhimmel die jährliche Nilschwemme an, die für die ägyptische Landwirtschaft und das Überleben des Volkes äußerst wichtig war. Die Griechen glaubten allerdings, der Sirius würde die sengende Kraft der Sonne verstärken und das Land ausdörren. Sein Aufgehen in den Morgenstunden erfolgte zur Zeit der größten Sommerhitze, die man auch heute noch Hundstage nennt.

Himmelsobjekte

Sterne

B F Namen o. andere Bezeichnungen Größe Lj Spektralklasse
α 9 Sirius, Aschere, Canicula, Hundsstern −1,5m 8,7 A1 V
ε 21 Adhara 1,50m 431 B2 III
δ 25 Wezen, Alwazn 1,83m 1600 F8 Ia
β 2 Murzim, Mirzam, Mirza 1,98m 715 B1 II
η 31 Aludra, 2,45m 3200 B5 Ia
ζ 1 Phurud, Furud 3,02m 330
ο2 24 3,02m 2500 B3 Ia
σ 22 3,49m 1500 K8 Ib
ο1 16 3,89m 2000 K3 Ia
ν2 7 3,95m 80 K1 III
ω 28 4,01m 500 B3 IV
θ 14 4,08m 200 K4 III
γ 23 Muliphein 4,11m ca. 440 B8 II
ξ1 4 4,34m
ι 20 4,36m
κ 13 4,36m 800 B2 IV
π 30 4,37m
ν3 8 4,42m
27 EW CMa 4,42m 1000 B3 III
λ 4,47m
ξ2 5 4,54m
π 19 4,66m
15 4,82m
29 UW CMa 4,88m
μ 18 5,0m 500 G3 III

Sirius (α Canis Majoris) ist mit einer scheinbaren Helligkeit von −1,44m der hellste Stern am Nachthimmel. Mit einer Entfernung von 8,7 Lichtjahren ist er einer der nächsten Sterne. Sirius ist ein Doppelstern. Er besitzt einen lichtschwachen Begleiter mit einer Helligkeit von 8,7m. Es handelt sich um einen Weißen Zwerg, der den Hauptstern in 50 Jahren umläuft. Bereits 1845 hatte Friedrich Wilhelm Bessel Veränderungen im Spektrum von Sirius entdeckt, die auf einen Begleitstern hinwiesen. Dieser konnte jedoch erst 1865 mit einem leistungsfähigen Teleskop entdeckt werden. Das System Sirius ist optisch schwer zu beobachten, da der Helligkeitsunterschied der beiden Komponenten 10 Größenklassen beträgt und der helle Hauptstern den Begleiter überstrahlt.

Der Hauptstern sendet ein weißliches Licht aus und gehört der Spektralklasse A an. Er hat den 1,8-fachen Durchmesser und die 23-fache Leuchtkraft unserer Sonne.

Der Ursprung des Namens Sirius ist nicht gänzlich sicher. Möglicherweise stammt er aus dem Babylonischen und bedeutet „der Gleißende“. Er könnte auch aus der Sprache der Sumerer stammen und „sengend heiß“ bedeuten.

Der dritthellste Stern im Großen Hund, δ Canis Majoris, ist 1600 Lichtjahre entfernt. Er ist ein Riesenstern der Spektralklasse F8 und besitzt den 200-fachen Durchmesser und die 20.000-fache Leuchtkraft der Sonne. Der Eigenname von δ Canis Majoris ist Wezen. Wezen ist arabischen Ursprungs und bedeutet „Gewicht“.

Im Jahr 2003 wurde im Großen Hund die der Milchstraße am nächsten liegende Galaxie, die Canis-Major-Zwerggalaxie, entdeckt. Da sie jedoch von interstellarer Materie in der Ebene der Milchstraße verdeckt wird, ist sie im sichtbaren Licht praktisch nicht zu erkennen und konnte nur mit Hilfe von Infrarotteleskopen entdeckt werden.

Doppelsterne

Objekt Größen Spektralklassen Abstand
α −1,44m/8,7m B2 / A3 10"
ε 1,5m/7,5m B2 III 176"
η 2,45m/7,0m B5 / A0 180"
ζ 3,0m/7,6m B3 / K0 176"
τ 4,5m/10m/11m 8,2/14,5
145 CMa (Herschel 3945) 4,7m/6,5m K5 / F0 7,6"

Der zweithellste Stern im Großen Hund, ε Canis Majoris, ist wie Sirius ein Doppelstern. Mit einer Distanz von 500 Lichtjahren ist er allerdings wesentlich weiter entfernt. Der Hauptstern ist ein bläulicher, riesenhafter Stern der Spektralklasse B2. In einem Abstand von 8 Bogensekunden befindet sich ein lichtschwacher Begleiter mit einer Helligkeit von 8,1m. Um das System zu beobachten, benötigt man ein mittleres Teleskop ab 15 cm Öffnung.

Der arabische Name Adhara bedeutet „Jungfrau“.

η Canis Majoris ist einer der leuchtkräftigsten Doppelsterne, die wir kennen. Der Hauptstern ist 100.000-mal leuchtkräftiger als unsere Sonne. Trotz seiner Entfernung von 3.200 Lichtjahren ist er mit 2,45m am Nachthimmel auffallend hell. Er besitzt einen Begleiter der 7. Größenklasse in 180 Bogensekunden Abstand. Das System kann bereits mit einem kleineren Teleskop in Einzelsterne aufgelöst werden.

Der arabische Name Aludra leitet sich ebenfalls von „Jungfrau“ ab.

Das System ζ Canis Majoris kann ebenfalls mit einem kleineren Teleskop beobachtet werden. Der arabische Name Phurud bedeutet so viel wie „die Einsamen“.

τ CMa ist ein Dreifachstern. Der 4,5m helle Hauptstern hat zwei Begleiter der 10. und 11. Größenklasse. Das System kann mit einem Teleskop ab 10 cm Öffnung beobachtet werden.

145 CMa, auch Herschel 3945 genannt, ist ein lohnendes Beobachtungsobjekt. Der Astronom John Herschel entdeckte ihn im Jahre 1837 bei seinen Beobachtungen vom Kap der Guten Hoffnung aus. Im Teleskop zeigen sich ein goldgelb und ein weißlich leuchtender Stern. Die beiden Sterne sind allerdings nicht physikalisch, d. h., durch die Schwerkraft aneinander gebunden, sondern stehen von der Erde aus gesehen in einer Richtung. Es handelt sich also um einen optischen Doppelstern.

Veränderliche Sterne

Objekt Größe Periode Typ
β 1,95m bis 2,0om 6 Stunden Beta-Cepheide
ο 1 CMa 3,8m bis 4,0m unregelmäßig unregelmäßig Veränderlicher
27 CMa 4,4m bis 4,7m unregelmäßig unregelmäßig Veränderlicher
ω CMa 3,6m bis 4,2m unregelmäßig unregelmäßig Veränderlicher
UW CMa 4,8m bis 5,3m 4,3934 Tage Beta-Lyrae-Stern

β Canis Majoris (Murzim, arabisch „Herold“), ist ein 715 Lichtjahre entfernter pulsationsveränderlicher Stern vom Typ der Cepheiden. Seine Helligkeit ändert sich regelmäßig in einem Rhythmus von 6 Stunden.

Die Sterne ο1 (2000 Lichtjahre), 27 (1000 Lichtjahre) und ω (500 Lichtjahre) verändern ihre Helligkeit in unregelmäßigen Abständen, wobei die Helligkeitsschwankungen nicht besonders ausgeprägt sind.

UW CMa ist ein veränderlicher Stern vom Typ Beta-Lyra in 5.000 Lichtjahren Entfernung. Seine Helligkeit ändert sich mit einer Periode von 4 Tagen 9 Stunden und 26 Minuten zwischen 4,8m und 5,3m

VY Canis Majoris

VY CMa ist ein roter Überriese und einer der größten bekannten Sterne.

Messier- und NGC-Objekte

Messier (M) NGC sonstige Größe Typ Name
M41 2287 5m Offener Sternhaufen
2359 9m Gasnebel
2360 7m Offener Sternhaufen
2362 4m Offener Sternhaufen
Collinder 140 5,5m Offener Sternhaufen

Im Großen Hund befinden sich vier offene Sternhaufen und ein Gasnebel. Den Sternhaufen M 41 nahm der französische Astronom und Kometenjäger Charles Messier in seinen Katalog nebliger Objekte (Messierkatalog) auf.

M 41 kann leicht gefunden werden, da er unterhalb des Sirius steht. Er kann mit bloßem Auge wahrgenommen werden und war wahrscheinlich schon in der Antike bekannt. Der Sternhaufen ist etwa 2.500 Lichtjahre entfernt. Im Fernglas und im kleinen Teleskop bietet er einen sehr schönen Anblick, etwa 40 Einzelsterne werden sichtbar. In größeren Teleskopen werden etwa 100 Sterne bis zur 13. Größenklasse sichtbar.

NGC 2359 ist ein Gasnebel in etwa 4.000 Lichtjahren, der 1785 von Wilhelm Herschel entdeckt wurde. Im Teleskop erscheint er als nebliger Fleck. Bei Verwendung eines Interferenzfilters (z. B. UHC-Filter) werden interessante Strukturen sichtbar.

NGC 2360 wurde 1785 von Karoline Herschel entdeckt. Der Sternhaufen ist etwa 5.000 Lichtjahre entfernt. Im mittleren Teleskop kann er in etwa 50 Einzelsterne bis zur 12. Größenklasse aufgelöst werden.

NGC 2362, im Jahre 1785 von Wilhelm Herschel entdeckt, ist 4.600 Lichtjahre entfernt. Im Fernglas erscheint er sternförmig. Um ihn vollständig aufzulösen benötigt man ein größeres Teleskop. Der hellste Stern des Haufens ist der oben beschriebene Dreifachstern τ CMa. NGC 2362 ist mit einem Alter von etwa einer Million Jahre einer der jüngsten offenen Sternhaufen, den wir kennen.

Collinder 140 wurde 1752 von Nicolas Lacaille entdeckt. Er ist etwa 180 Lichtjahre entfernt. In einem größeren Fernglas werden etwa 15 Einzelsterne sichtbar.

Siehe auch

Weblinks

 <Lang> Commons: Sternbild Großer Hund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Milton D. Heifetz, Wil Tirion: A Walk through the Heavens: A Guide to Stars and Constellations and their Legends Cambridge University Press, 2004, S. 53.
  2. Milton D. Heifetz, Wil Tirion: A Walk Through the Heavens: A Guide to Stars and Constellations and Their Legends. Cambridge University Press, 2004, S. 53.

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