Giovanni Jona-Lasinio

Giovanni Jona-Lasinio

Jona-Lasinio präsentiert die Nobelvorlesung von Nambu 2008

Giovanni Jona-Lasinio (* 20. Juli 1932 in Florenz) ist ein italienischer theoretischer Physiker.

Jona-Lasinio war 1970 bis 1974 Professor für Elektrodynamik an der Universität Padua und ab 1974 Professor für mathematische Methoden der Physik an der Universität Rom La Sapienza.

Er ist für das Nambu-Jona-Lasinio Modell bekannt, das er mit Yoichiro Nambu 1961 untersuchte. Das quantenfeldtheoretische Modell ist der Theorie der Supraleitung (Bildung von Cooper-Paaren) nachempfunden und beschreibt wechselwirkende Dirac-Fermionen mit chiraler Symmetrie der Lagrangedichte. Es zeigt dynamischen Symmetriebruch (der chiralen Symmetrie), das heisst Bruch einer ursprünglich in der Lagrangedichte vorhandenen Symmetrie durch die Wechselwirkung. Damit war es Vorbild für eine ganze Reihe späterer Theorien mit dynamischem Symmetriebruch in der Elementarteilchenphysik (wie in Technicolor oder Modellen zum Studium der Quantenchromodynamik).

Ein Vorschlag von Di Castro und Jona-Lasinio von 1969[1], die Theorie der Renormierungsgruppe auf die Theorie der Phasenübergänge anzuwenden hatte Einfluss auf die Arbeiten von Kenneth Wilson Anfang der 1970er Jahre.[2] In den 1980er Jahren untersuchte er den semiklassischen Grenzwert der Quantenmechanik. Außerdem untersuchte er Modelle der statistischen Mechanik für Nichtgleichgewichts-Systeme.

Er war Gastwissenschaftler 1959/60 an der University of Chicago, 1964/65 am CERN, 1965/66 am Massachusetts Institute of Technology, 1980/81 am IHES und 1983/84 an der Universität Paris VI (Pierre et Marie Curie).

2006 erhielt er den Antonio-Feltrinelli-Preis. Ihm wurden der Dannie-Heineman-Preis für mathematische Physik für 2012 und die Boltzmann-Medaille für 2013 zugesprochen. 2016 wurde zum Mitglied der Academia Europaea gewählt.

Schriften

  • mit Nambu: Dynamical model of elementary particles based on an analogy with superconductivity, Teil 1, Physical Review, Bd.122, 1961, S.345-358, Teil 2, Bd.124, 1962, S.246-254

Weblinks

Einzelnachweise

  1. C. Di Castro, Jona-Lasinio, Physics Letters A, Bd.29, 1969, S.322
  2. Wilson, Nobelvortrag


Diese Artikel könnten dir auch gefallen


Die News der letzten 14 Tage 7 Meldungen

21.10.2021
Teilchenphysik
Auf der Jagd nach Hyperkernen
Mit dem WASA-Detektor wird bei GSI/FAIR gerade ein besonderes Instrument aufgebaut.
18.10.2021
Galaxien | Schwarze Löcher
Entwicklung von heißem Gas von einem aktiven Schwarzen Loch
Ein internationales Team hat zum ersten Mal die Entwicklung von heißem Gas beobachtet, das von einem aktiven Schwarzen Loch stammt.
15.10.2021
Elektrodynamik | Festkörperphysik
Ultraschneller Magnetismus
Magnetische Festkörper können mit einem Laserpuls entmagnetisiert werden.
16.10.2021
Planeten | Elektrodynamik | Thermodynamik
Neues von den ungewöhnlichen Magnetfeldern von Uranus und Neptun
Tausende Grad heißes Eis - Wie es bei millionenfachem Atmosphärendruck entsteht und warum dieses leitende superionische Eis bei der Erklärung der ungewöhnlichen Magnetfelder der Gasplaneten Uranus und Neptun hilft.
14.10.2021
Elektrodynamik | Quantenphysik
Exotische Magnetzustände in kleinster Dimension
Einem internationalen Forscherteam gelang es erstmals, Quanten-Spinketten aus Kohlenstoff zu bauen.
15.10.2021
Sterne
Magentische Kräfte der Sonne: schnellere geladene Teilchen beobachtet
Protuberanzen schweben als riesige Wolken über der Sonne, gehalten von einem Stützgerüst aus magnetischen Kraftlinien, deren Fußpunkte in tiefen Sonnenschichten verankert sind.
14.10.2021
Planeten | Sterne
Der Planet fällt nicht weit vom Stern
Ein Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung von Planeten und ihrem jeweiligen Wirtsstern wurde in der Astronomie schon lange vermutet.