Fliegerhorst Ingolstadt/Manching

Fliegerhorst Ingolstadt/Manching

Fliegerhorst Ingolstadt/Manching
Manching Airport.jpg
Kenndaten
ICAO-Code ETSI
IATA-Code IGS
Koordinaten
48° 42′ 56″ N, 11° 32′ 2″ OKoordinaten: 48° 42′ 56″ N, 11° 32′ 2″ O
366 m (1201 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 8 km südöstlich von Ingolstadt
Straße B16
Basisdaten
Eröffnung 1938
Betreiber (1.) Bundeswehr WTD61 (2.) IMA
Start- und Landebahnen
07R/25L (ILS/NDB) 2940 m × 60 m Beton
07L/25R
(zeitweise geschlossen)
2439 m × 30 m Beton



i7

i11 i13

Der Fliegerhorst Ingolstadt/Manching ist ein Militärflugplatz mit ziviler Mitnutzung. Er liegt zwischen den Gemeinden Manching und Ernsgaden im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm, acht Kilometer südöstlich von Ingolstadt.

Militärische Nutzung

Betreiber des Flugplatzes ist das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Ingolstadt. Die Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge (WTD 61) und das Musterprüfwesen für Luftfahrtgerät der Bundeswehr (WTD 61 ML) nutzen diesen Flugplatz als Hauptbedarfsträger. Im Bereich von Airbus Defence and Space werden hier für die NATO alle europäischen AWACS-Maschinen, die deutschen Transall C-160, die deutschen Lockheed P-3 Orion sowie die deutschen Panavia Tornado überholt und eingeflogen. Zukünftig wird die Instandhaltung der deutschen Eurofighter Typhoon hinzu kommen, wie auch die Instandhaltung für den EuroHawk geplant war.

Zivile Nutzung

Der zivile Teil ist als Sonderflughafen klassifiziert und dieser wird vom Mitbenutzer Ingolstadt-Manching Airport GmbH (IMA) betrieben. Über ihn werden hauptsächlich tägliche Shuttleverkehrsflüge sowie Werksverkehr für internationale Automobilkonzerne abgewickelt. 2006 wurden rund 62.000 Passagiere in Ingolstadt abgefertigt. Fest stationiert sind neun Maschinen der Fluggesellschaft Private Wings. Im Mai 2007 wurde ein neues Abfertigungsgebäude für den zivilen Luftverkehr eröffnet. Es umfasst jedoch nur einen Counter und eine kleine Wartehalle und wird praktisch ausschließlich von Dienstreisenden von Audi genutzt. Verbindungen bestehen nach Wolfsburg, Győr und Brüssel.

Der Geschäftsbereich Military Aircraft von Airbus Defence and Space (einer Tochtergesellschaft der Airbus Group) führt hier Flugtests (unter anderem mit dem Eurofighter Typhoon und Tornado) durch und hat Anfang 2008 hier seinen gesamten Bereich der militärischen Flugzeugentwicklung angesiedelt.

Der Flugplatz war ein zertifizierter Notlandeplatz (Transoceanic Abort Landing Site, TAL) für Space Shuttles, kam hierfür jedoch nie zum Einsatz. Es gab in diesem Programm weltweit eine Reihe von festgelegten Flugplätzen. Sie wären dann genutzt worden, wenn ein Space Shuttle wegen eines defekten Antriebs weder den geplanten Orbit noch die notwendige Höhe für eine vollständige Umrundung der Erde erreicht hätte oder aus anderen Gründen die Rückkehr zum Startplatz unmöglich gewesen wäre. Der dann nötige Rücktransport in die USA wäre, wie auch innerhalb der USA teilweise genutzt, auf einer speziell hierfür ausgerüsteten Boeing 747 (Shuttle Carrier Aircraft) huckepack durchgeführt worden.

Geschichte

Im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht begann 1936/38 der Bau eines Militärflugplatzes für die Luftwaffe. Große Teile einer prähistorischen Keltenstadt, des Oppidums von Manching, wurden dabei zerstört; zumindest waren Notbergungen archäologischer Funde möglich. Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) die hier zwischen 1938 und 1945 stationiert waren.

Von Bis Einheit[1]
November 1938 März 1939 I./JG 433 (I. Gruppe des Jagdgeschwaders 433)
Oktober 1939 Februar 1940 Stab, I., II./KG 55 (Stab, I. und II. Gruppe des Kampfgeschwaders 55)
Februar 1940 März 1939 II./KG 53
Juni 1943 September 1943 I./KG 54
Oktober 1943 März 1944 III./KG 54
Dezember 1943 Januar 1944 I./KG 54
Dezember 1943 Dezember 1943 II./KG 54
September 1944 Januar 1945 Teile der IV./NJG 6 (IV. Gruppe des Nachtjagdgeschwader 6)

Als der Flughafen 1955 im Rahmen der westdeutschen Wiederbewaffnung instand gesetzt werden sollte, wurden vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege unter Werner Krämer erstmals großflächige Grabungen durchgeführt. 1960 übernahm die Luftwaffe der Bundeswehr den Flugbetrieb am Flugplatz. Bis 1969 war in Manching das mit der F-104 Starfighter ausgerüstete Aufklärungsgeschwader 51 stationiert.

Am 24. September 1987 wurden Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand bei ihrem Besuch des Manövers Kecker Spatz mit militärischen Ehren auf dem Flugplatz empfangen.

Schon seit 1970 gab es Bestrebungen, eine zivile Mitnutzung des Flughafens zu erreichen. Schließlich wurde im Dezember 1995 die Betreibergesellschaft IMA, Gesellschaft zur zivilen Mitbenutzung des Militärflugplatzes Ingolstadt-Manching mbH gegründet. Nach mehreren Besprechungen mit den umliegenden Gemeinden und dem Landkreis Pfaffenhofen wurde am 28. Oktober 1997 der Antrag auf luftrechtliche Genehmigung für eine zivile Mitnutzung gestellt. Diesem wurde am 1. April 2000 stattgegeben. Am 20. September 2001 fand die Eröffnung des zivilen Teils statt.

Siehe auch

  • Liste der Verkehrsflughäfen
  • Liste der Verkehrsflughäfen in Deutschland
  • Liste der Fliegerhorste in Deutschland

Weblinks

 <Lang> Commons: Ingolstadt Manching Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–1945 Germany (1937 Borders), S. 303–304, abgerufen am 18. September 2014

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