Erdschatten

Dieser Artikel beschreibt den von der Erde in den Weltraum geworfenen Schatten. Für das Phänomen der horizontnahen graublauen Schicht während der Dämmerung siehe Erdschattenbogen
Die Studie von Leonardo da Vinci über Schatten auf einer Kugel verdeutlicht das Prinzip des Schattenkegels der Erde, der in den Weltraum hinaus geworfen wird

Als Erdschatten wird in der Astronomie und Raumfahrt der Schattenkegel bezeichnet, den die Erde in den Weltraum hinaus wirft.

Er ist für die Satellitentechnik und Bahnbestimmung von großer Bedeutung, weil

  • Erdsatelliten beim Schatteneintritt für optische Beobachtungen unsichtbar werden;
  • die Sonnensegel keine Energie liefern
  • und auch Funkschatten auftreten kann;
  • der solare Strahlungsdruck über einen Bahnumlauf nicht mehr symmetrisch ist.

In der Astronomie ist der Erdschatten im Allgemeinen nicht sichtbar, außer bei einer Mondfinsternis. Ähnliche Schattenphänomene – aber viel häufiger – treten bei den Jupitermonden auf.

In der Meteorologie bewirkt der Erdschatten das nächtliche Absinken der Lufttemperatur. Bei der Einmessung abendlicher Radiosondenaufstiege wirkt er ähnlich begrenzend wie beim Verfinstern von Erdsatelliten.

In der Dämmerung kann am Gegenhorizont unterhalb der Gegendämmerungserscheinungen die Projektion des Erdschattens als Erdschattenbogen zu sehen sein.

Der Kernschatten der Erde ist durchschnittlich 1,384 Millionen Kilometer lang,[1] der Lagrange-Punkt L2 liegt somit außerhalb dieses Bereichs.

Einzelnachweise

  1. Robin M. Green: Spherical astronomy, Cambridge University Press, Cambridge 1985, ISBN 0-521-31779-7, S. 440 (englisch)