Apollo-Rettungsrakete

Test des Apollo Rettungssystems in White Sands im Juni 1965
CSM mit LES

Die Apollo-Rettungsrakete (englisch Apollo Launch Escape System, LES) war ein Rettungssystem für die Astronauten des Apollo-Programms. Für den Fall, dass beim Start eine Notfallsituation eintrat, sollte das System die Apollo-Kapsel von der Spitze der Saturn-Rakete aus dem Gefahrenbereich befördern. Die Kapsel wäre daraufhin wie nach einem normalen Wiedereintritt an ihren Fallschirmen gelandet. Dieser Fall trat nie ein, so dass das LES bei keinem der Apollo-Starts aktiviert wurde.

Die Rettungsrakete (auch als Rettungsturm oder Launch Escape Tower (LET) bezeichnet) wurde über dem Apollo-Kommandomodul (CM) montiert und bildete die Spitze der Startkonfiguration. Bei der Saturn V war sie 10,05 Meter hoch, hatte einen Durchmesser von 66 Zentimetern und ein Gewicht von 4,17 Tonnen. Drei Feststoffraketen mit unterschiedlichen Aufgaben waren integriert:

  • Die größte sorgte für den Antrieb und entwickelte für 3,2 Sekunden einen Schub von 689 kN.
  • Die zweite sorgte für die richtige Lage; kontrolliert durch ein Steuerungssystem namens Q-Ball.
  • Die letzte war für die Trennung von CM und LES nach der erfolgreichen Flucht zuständig, wurde aber auch bei einem normal verlaufenden Start benötigt, um in 90 km Höhe den Turm vom Raumschiff Apollo zu entfernen.

Um das Kommandomodul vor den Antriebsgasen des Rettungssystems wie auch vor der Reibungshitze eines normalen Starts zu schützen, befand sich über der Kommandokapsel noch eine Schutzhülle, der Boost Protective Cover (BPC).

Das System konnte sich selbsttätig aktivieren oder manuell ausgelöst werden. Wäre das LES zum Einsatz gekommen, hätte es die Astronauten einer Beschleunigung von über 15 g ausgesetzt, doppelt so viel wie bei der normalen Rückkehr vom Mond.

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