Wunderschöner Weltraum-Schmetterling von ESO-Teleskop eingefangen

Wunderschöner Weltraum-Schmetterling von ESO-Teleskop eingefangen

Physik-News vom 30.07.2020

Dieser auffällige Gasnebel – bekannt als NGC 2899 – scheint in diesem neuen Bild des Very Large Telescope (VLT) der ESO wie ein Schmetterling mit seiner symmetrischen Struktur, seinen schönen Farben und komplizierten Mustern über den Himmel zu schweben und zu flattern. Noch nie zuvor wurde dieses Objekt so detailliert abgebildet, wobei sogar die blassen Außenkanten des planetarischen Nebels vor den Hintergrundsternen glühen.

Die riesigen Gaswolken von NGC 2899 erstrecken sich bis zu maximal zwei Lichtjahre von seinem Zentrum entfernt und glühen hell vor den Sternen der Milchstraße, während das Gas Temperaturen von über zehntausend Grad erreicht. Die hohen Temperaturen sind auf die enorme Strahlungsintensität des Muttersterns des Nebels zurückzuführen, die bewirkt, dass das Wasserstoffgas im Nebel in einem rötlichen Halo um das blau schimmernde Sauerstoffgas herum leuchtet.


Dieser auffällige Gasnebel – bekannt als NGC 2899 – scheint in diesem neuen Bild des Very Large Telescope (VLT) der ESO wie ein Schmetterling mit seiner symmetrischen Struktur, seinen schönen Farben und komplizierten Mustern über den Himmel zu schweben und zu flattern. Noch nie zuvor wurde dieses Objekt so detailliert abgebildet, wobei sogar die blassen Außenkanten des planetarischen Nebels vor den Hintergrundsternen glühen.

Publikation:


ESO Science Outreach Network
Wunderschöner Weltraum-Schmetterling von ESO-Teleskop eingefangen
Max-Planck-Institut für Astronomie

Dieses Objekt, das zwischen 3000 und 6500 Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Vela (Das Segel) liegt, hat zwei zentrale Sterne, von denen man annimmt, dass sie ihm sein nahezu symmetrisches Aussehen verleihen. Nachdem der eine Stern das Ende seiner Lebensdauer erreicht und seine äußeren Schichten abgeworfen hat, stört der andere Stern nun den Gasstrom und bildet die hier gezeigte zweiflügelige Form. Nur etwa 10-20% der planetarischen Nebel [1] weisen diese Art von bipolarer Form auf.

Astronomen konnten dieses sehr scharfe Bild von NGC 2899 mit dem FORS-Instrument aufnehmen, das mit dem UT1 (Antu) verbunden ist, einem der vier 8,2-Meter-Teleskope, aus denen das VLT der ESO in Chile besteht. Dieses hochauflösende Instrument, das für FOcal Reducer und Low Dispersion Spectrograph steht, war eines der ersten, das am VLT der ESO installiert wurde, und steht hinter zahlreichen schönen Bildern und Entdeckungen der ESO. FORS hat zu Beobachtungen von Licht aus einer Gravitationswellenquelle beigetragen, hat den ersten bekannten interstellaren Asteroiden erforscht und wurde eingesetzt, um die Physik hinter der Entstehung komplexer planetarischer Nebel eingehend zu untersuchen.



Dieses Bild wurde im Rahmen des ESO-Programms „Cosmic Gems“ erstellt, einer Aktion zur Herstellung von Bildern interessanter, faszinierender oder visuell attraktiver Objekte mit ESO-Teleskopen für Bildungs- und Öffentlichkeitszwecke. Das Programm nutzt die Teleskopzeit, die nicht für wissenschaftliche Beobachtungen genutzt werden kann. Alle gesammelten Daten eignen sich möglicherweise auch für wissenschaftliche Zwecke und werden den Astronomen über das ESO-Archiv für wissenschaftliche Daten zur Verfügung gestellt.


Endnoten
Planetarischer Nebel?

[1] Anders als ihr üblicher Name vermuten lässt, haben planetarische Nebel nichts mit Planeten zu tun. Die ersten Astronomen, die sie beobachteten, beschrieben sie lediglich als planetenähnlich im Aussehen.

Stattdessen entstehen sie, wenn uralte Sterne mit der bis zu 6-fachen Masse unserer Sonne das Ende ihres Lebens erreichen, kollabieren und expandierende Gashüllen aus Gas, das reich an schweren Elementen ist, abwerfen. Intensive ultraviolette Strahlung regt diese sich bewegenden Schalen an und erleuchtet sie, so dass sie Tausende von Jahren lang hell leuchten.

Am Ende zerstreuen sie sich langsam im Weltraum, wodurch planetarische Nebel auf astronomischen Zeitskalen zu relativ kurzlebigen Phänomenen werden.

Diese Newsmeldung wurde mit Material des Max-Planck-Institut für Astronomie via Informationsdienst Wissenschaft erstellt



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